Mittwoch, 30. September 2020

3. Spieltag - zweite Runde Kiel

In leicht veränderter Besetzung im Gegensatz zum Wannsee-Event bestritten wir am vergangenen Wochenende den 3. Spieltag der diesjährigen Segelbundesligasaison in Kiel. Katharina ersetzte Jacob an den Schoten und es verblieben Felix auf dem Vorschiff, Florian auf der Taktikerposition und Paul an der Pinne.



Aufgrund der wieder steigenden Coronafallzahlen stand die Eventausrichtung auf wackligen Füßen, da den Teams aus dem Süden Deutschlands die Einreise nach Schleswig-Holstein verweigert werden sollte. Glücklicherweise konnten Maßnahmen ergriffen werden, um die Teilnahme aller Teams sicherzustellen.

Ein sehr glückliches Händchen konnten wir bereits vor dem ersten Start beweisen. Mit einer exzellenten Wahl der Unterkunft direkt in Schilksee, konnten wir die Wege, zumindest an Land kurz halten und uns aufs wesentliche konzentrieren: Segeln.



Die Wetterprognose sollte sich für Kiel typisch zeigen, Regen und ordentlich Wind. Auch hier wurden wir vorerst überrascht, als wir am ersten Wettkampftag keinen Regen, dafür aber auch nur eine schwache Brise auf der Ostsee vorfanden. Wir sind gut in die Regatta gestartet und konnten mit unserem Punktedurchschnitt unter 3 Punkten aus 5 Rennen recht zufrieden sein. Der zweite Tag versprach sowohl vom Wetter als auch von den Ergebnissen durchwachsener zu werden. Es gelang uns zwar in den Rennen den unsäglichen 6. Platz zu vermeiden, doch blieb uns wiederum der Sprung nach ganz vorne auch verwehrt.



Zum Abend hin frischte der Wind nochmal ordentlich auf und in den letzten Rennen am Nachmittag gab es auch den ein oder anderen Wipe-Out zu beobachten. Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns jedoch bereits an Land, da wir in der komfortablen Situation wiedergefunden haben, das letzte Flight des Tages zu eröffnen und so unsere Kontrahenten von unserem Balkon über den Teich fliegen sahen.




In der Nacht kam noch ordentlich Druck auf, sodass sich die Wettfahrtleitung am letzten Tag mit einer großen Welle jedoch ohne den entsprechenden Wind konfrontiert sah. Nach längerer Startverschiebung, welche die meisten Teams im strömenden Regen auf dem Wasser verbringen mussten, kam doch noch ein Rennen zustande. Bei einem sehr lauen Lüftchen und schwierigen undurchsichtigen Bedingungen gelang uns in diesem leider nur ein 5. Platz.

Insgesamt beendeten wir den Spieltag in Kiel auf dem 6. Platz. Der Klassenerhalt ist damit bereits vor dem letzten Event in Hamburg gesichert. Auch in der kommenden Saison muss mit dem KaR gerechnet werden. Ob nun weiterhin in der 2. Segelbundesliga oder vielleicht doch wieder in der Erstklassigkeit, wird sich zeigen. Rechnerisch ist ein Aufstieg noch möglich, doch bei dem aktuellen Stand in der Gesamttabelle, eher unwahrscheinlich.

Die Tabelle vom 3. Spieltag



Wir freuen uns auf den Saisonabschluss in Hamburg in anderthalb Wochen und versuchen dort natürlich nochmal voll anzugreifen.

 

Mittwoch, 23. September 2020

Berliner Jüngstenmeisterschaft

Teeny-Ausklang in Tegel: Saison-Zwischenbilanz zur Berliner Jüngstenmeisterschaft

 

Wie so vieles hat Corona natürlich auch die Teeny-Saison durcheinander gewirbelt. Planten wir Anfang des Jahres noch für das Trainingslager am Gardasee und den traditionellen Teeny-Auftakt am Rupenhorn, hatte sich das sehr schnell alles zerschlagen. Und dann, bis zum Ende der Sommerferien: Eigentlich garnichts. Ein selbst organisiertes Trainingslager am Dümmer, wo eine weniger restriktive Eindämmungsverordnung galt, eine Woche Schilksee als Ersatz für die deutsche Meisterschaft für die, die es einrichten konnten, das war es dann. Welche Erleichterung, als mit dem Elbe-Teeny-Cup in Wedel Mitte August die Regattasaison 2020 doch noch begann und mit dem Ferienende ein halbwegs normaler Trainingsbetrieb. 14 Tage später ist es dann auch in Berlin los gegangen! 


Die Waffelregatta in Zeuthen war die erste der Berliner Regatten, die wie geplant

durchgeführt werden konnte - mit dem KaR als Sieger kein schlechter Auftakt. Und am Wochenende darauf die eigentlich schon abgesagte Teeny Trophy des YCSt, wieder mit KaR-Teams ganz oben. Und nun, nach einer Woche Pause (im Plan war der leider abgesagte Harzpokal), der traditionelle Teeny-Ausklang bei der TSV in Tegel. Dieses Mal leider ohne das legendäre Burgeressen, mit einem überzeugenden Hygienekonzept, aber damit eigentlich leider ohne alles - außer eben dem Segeln, aber darauf kommt es ja an. Die TSV hatte sich bereit erklärt, gleichzeitig wie im letzten Jahr wieder die Berliner Jüngstenmeisterschaft auszurichten. So hatten die Teeny-Crews vorher die Chance, auf zwei Berliner Regatten zu trainieren. Dazu möchte ich noch sagen, dass allen Beteiligten klar war, dass weitgehende Chancengleichheit in diesem Jahr kaum zu gewährleisten war. Manche konnten an Trainingslagern teilnehmen, andere nicht. Geschwisterkinder oder Crews mit eigenen Booten konnten früher auf’s Wasser, der Termin für den Trainingsbeginn war in verschiedenen Bundesländern ganz unterschiedlich. Aber deswegen in diesem Jahr auf die BJüM zu verzichten wäre meines Erachtens falsch gewesen.


So wurde also die Jüngstenmeisterschaft ausgesegelt. Am Samstag fanden bei nicht allzu viel Wind, aber stabilen Bedingungen vier Läufe statt. An der Spitze duellierten sich Luise und Charlotte mit Malte und Nils. Mit drei ersten und einem zweiten Platz standen dann bereits am Samstagabend Steuerfrau Luise und Vorschoterin Charlotte als Berliner Jüngstenmeister fest, und Malte und Nils war der zweite Platz auch kaum noch zu nehmen.

 


Am Sonntag dann waren für den fünften Lauf die Bedingungen schwieriger. Winddreher und Flauten sorgten für nicht immer einheitliche Bedingungen, diese sowie vermeintliche und tatsächliche Fehlstarts sorgten auch für nicht immer einheitliche Meinungen zwischen Trainern, Schiedsgericht und Wettfahrtleitung. 

 

Malte und Nils haben mit einem souveränen Sieg ihren zweiten Platz untermauert, Lotte-Marie und Mina vom SC Gothia verteidigten die Drei in einem spannenden Duell bis an die Ziellinie vor Flo und Hannah, bei Punktgleichheit entschied die bessere Einzelplatzierung. Benedikt und Hanno wurden 8., Greta und Charlotte 9. Veza und Sten belegten den 16. Platz und Florian und Emil konnten im letzten Lauf noch die Rote Laterne abgeben und endeten auf 18.

 


Um so schöner, dass sich die meisten Teams danach auf der großen Wiese des KaR, wo genug Platz war, um mit coronakonformem Abstand die Sieger*innen zu ehren, zusammengefunden haben, und mancher Ärger schon verflogen war.

 


Zwischenfazit und Ausblick: Nachdem zu Anfang des Jahres die gesamte Saisonplanung zerbröselt ist, konnten wir zum Saisonende hin für unsere Teeny-Kids doch noch einiges retten. Nur eine kurze Vorbereitungszeit, aber immerhin zwei Regatten vor der Berliner Meisterschaft und insgesamt vier Regatten in Berlin, denn eine folgt ja noch: Am nächsten Wochenende der im Frühjahr abgesagte und jetzt, dem YCM sei Dank, wieder aufgelegte Preis von Lindwerder. Für manche der Saisonabschluss, für andere letzte Vorbereitung auf die IdJüM, die dann 14 Tage später in Geeste stattfindet. Ein recht später Termin für die ‚Deutsche', aber in diesem Jahr ist eben nichts, wie wir es gewohnt waren. Ich denke, wir können mit dem, was wir noch erreicht haben, zufrieden sein. Für den KaR, weil wir nicht nur wie oft in den letzten Jahren die meisten Teams an den Start gebracht haben, sondern nun auch die erfolgreichsten. Für die Teeny KV möchte ich allen Beteiligten und den Vereinen, die zu diesem versöhnlichen Saisonverlauf beigetragen haben, sehr herzlich danken. Lasst uns alle einen schönen und erfolgreichen Berliner Saisonabschluss vor Lindwerder durchführen – feiern kann man ja wegen der notwendigen Hygienekonzepte nicht sagen – und dann, wem es möglich ist, zur ‚Deutschen‘ nach Geeste fahren, um uns zum Saisonhöhe- und Schlusspunkt nochmals gut zu präsentieren. 

 






Bericht: Martin Urbahn Teenyobmann Berlin



Donnerstag, 17. September 2020

J24 – Corona und die KiWo 2020

 Anstatt wie üblich im Juni fand die diesjährige Kieler Woche aufgrund der vorherrschenden Pandemie im September statt - und diesmal war alles anders.  In Schilksee waren keinerlei Essenstände, Getränkebuden oder Konzertzelte. Alles war abgesperrt, keine ZuschauerInnen, es war nur mit einer Akkreditierungskarte möglich, bestimmte Bereiche zu betreten. Im gesamten Hafengelände, also auch auf den Stegen, galt Maskenpflicht. Theoretisch sollten alle Teilnehmenden ein kurzes Screening durchlaufen mit Temperatur- und Symptomcheck. Dies fand aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten nicht statt. Ebenfalls fiel das in der j/24-Klasse übliche Wiegen zur Freude einiger Crews aus, da die VeranstalterInnen das Hygiene-Konzept wohl nicht vollständig ausgearbeitet hatten.

 
Die 11 geplanten Rennen sollten von Samstag bis Dienstag stattfinden. Für den KaR gingen Nina Tölke (KaR), unsere neue Verstärkung auf dem Vorschiff, Chrissi Cornelius (KaR & JSC), Felicia Moeltzner (KaR), Henrike Germar (BSV07) und Johanna Maske (KaR) an den Start. Nach viel zu langer Zeit ohne Wettkämpfe freuten wir uns alle riesig wieder aufs Boot steigen und gegen die anderen segeln zu können. Es waren 18 J24 mit dabei.
Wir teilten uns die Bahn mit den j/70 und j/80. Unser Kurs war ein Innerloop mit einem Halbwind-Schenkel. Am ersten Tag waren wir auf der Bahn Charlie, welche sich noch nordwestlich vom Kiel-Leuchtturm befand. 
Es war guter Wind, mind. 20Knt, teilweise 28Knt. Alle J24 waren auf Fock, so auch wir. Schon im ersten Rennen nachdem wir mit einem bescheidenen Start nur mäßig losfuhren, gab es bei der Fockschot einen Überläufer der so schwer zu lösen war, dass wir die andere Winsch zur Unterstützung nehmen mussten. Diese löste zwar den Überläufer aber sogleich sich selbst vom Holzbeschlag. Die weiteren Rennen an diesem Tag wurden nur mit einer Winsch gesegelt, was weniger Probleme machte als gedacht. Danke an unsere starke Genua/Fock-Seglerin Henrike, die dies mit großer Ausdauer meisterte.

Winsch dir was!

Da wir leider bei viel Wind selten gute Höhe fahren können, ging es auch neben dem Versuch größere Abfucks zu vermeiden, darum den Trimm so einzustellen, dass wir mithalten konnten. Abfucks vermieden wir durch gute Kommunikation und Teamarbeit erfolgreich. Platzierungen an diesem Tag waren, ähnlich wie die Starts stetig besser, 13, 10 und im letzten Rennen ein 9. Dies war für uns unter den starkwindbedingungen ein zufriedenstellendes Tagesergebnis. 
Tag 2 erfreute uns mit mäßigeren Winden, den wir zudem auf der Bahn Hotel, welche sich unweit vom Schilksee-Hafen befindet, aussegeln durften. Der Wind war durch die Nähe zum Land sehr drehig, wir fuhren nach Drehern und Regenwolken und erreichten im ersten Rennen einen 9. Das nächste Rennen lief nach solidem Start noch besser, wir erreichten die Luvtonne auf Platz 4, konnten dies nicht ganz halten und fuhren noch einen 5. ein. Da der Wind weiter nachließ, beendete der Wettfahrtleiter diesen Tag vorzeitig. Tag 3 erfreute uns ebenfalls mit milderen Winden, wir waren wieder auf Bahn Charlie. Die ersten beiden Rennen liefen sehr gut, wir fuhren einen 6. und dann sogar einen 3. Platz ein. Das folgende Rennen starteten wir unter FLagge Uniform leider frühzeitig, was uns einen ärgerlichen UFD einbrachte. Das letzte Rennen an diesem Tag fuhren wir weniger konzentriert bzw. verschenkten am Gaten den Innenraum und erreichten nur einen 11. Platz was uns bis dahin auf den 10. Gesamtplatz brachte.

Den letzten Tag durften wir wieder bei kieltypischen Starkwind Bedingungen auf der Bahn Hotel segeln. Im ersten Rennen waren die Böen noch nicht so brutal, weshalb wir auf Genua zurücktrimmten, welche wir gut fahren konnten. Es wurde ein 7. Platz. Leider erlitt die Genua aufgrund von Materialermüdung ein Loch am Fenster. Das letzte Rennen der Kieler Woche brachte noch einmal Knatterwind bis zu 34Knt, wir trimmten auf dem ersten Downwind auf Fock um. Auf dem Halbwindschenkel zog keine j24 den Spi. Den Spi konnte man schon lange nicht mehr alleine fahren, teilweise fuhren wir ihn zu dritt (Siehe Bild unten) - 2 die Luvschot, Feli die Leeschot. Sonnenschüsse blieben uns aber vollständig erspart. Dennoch reichte es in diesem Rennen nur für einen 11. was uns knapp einen Platz nach hinten rutschen ließ. Auch die Fock erlitt einen Riss im Fenster.



 
Wir beendeten die KiWo auf Platz 11, wieder einmal mit der Erkenntnis, dass mehr Training insbesondere auf Meergewässern von Vorteil wäre. Dennoch sind wir auf die vielen guten Einzelplatzierungen stolz. Wir freuen uns schon in Berlin das Boot wieder auf Vordermann zubringen und im November bei der Hamburger Meisterschaft - Väterchen Frost wieder an den Start zu gehen. Vielleicht diesmal endlich als reine Frauencrew. 
 
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Johannas Familie Maske, die uns das Zugfahrzeug und das Wohnmobil zur Verfügung stellten.