Dienstag, 18. Juni 2019

60 Seemeilen von Berlin 2019


Für die diesjährigen 60 Seemeilen von Berlin waren für den  Nachmittag 6-12 kn angesagt, die in der Nacht auf 10 bis 20 kn auffrischen sollten, also beschlossen Wolfgang, Ramona und ich dieses einmalige Event wieder einmal mitzusegeln.
Schon die Anreise zum Wannsee stellte uns bei wenig Wind vor gewisse Probleme, dennoch schafften wir es pünktlich zum Start. Für die ersten zwei Runden (Start vor dem PYC, 1. Runde zum Gemünd und die darauffolgenden nur noch bis Lindwerder) brauchten wir bei wenig bis gar kein Wind über 4 Stunden. Bereits am Gemünd und kurz vor dem Berliner  Yachtclub kam die Diskussion auf abzubrechen und den lauen Sommerabend bei einem Bierchen ausklingen zu lassen. Durch die doch guten Vorhersagen für die Nacht entschlossen wir uns aber weiterzufahren. Gegen 23 Uhr frischte der Wind immer weiter auf und die Positionen der anderen Boote konnte nur noch durch die Toplichter bestimmt werden, sodass wir immer schneller durchs Wasser glitten. Dennoch brauchten wir ca. 1:15 h pro Runde und davon noch weitere 4.
Bei weiterhin wechselhaften Windverhältnissen, d.h. viel Wind auf der Großen Breite und wenig zwischen Lind- und Schwanwerder, kamen wir dem Ziel immer näher. Bei angenehmen Temperaturen konnten wir zumindest die ganze Nacht in kurzer Hose und T-Shirt segeln. Das hatten wir in anderen Jahren auch schon anders erlebt. Gegen 3 Uhr morgens erhellten wunderschöne, weitverzweigte Blitze den Horizont südlich von Berlin. Das schnell kontaktierte Regenradar bestätigte den Kus auf uns zu. Mit leichtem warmen Regen und weiter auffrischenden Winden passierten wir um kurz nach 4 Uhr nach 7 Runden und 60 Seemeilen hinter der Sweet Sixteen und der Bijou als 3. das Ziel. Nach über 13 Stunden erreichten wir gegen 5 Uhr den Klub und freuten uns auf unser Bett.

Wertung nach 5 Runden:

  • ·         3. Platz nach gesegelter Zeit
  • ·         17. Platz nach berechneter Zeit

Rheinwoche 2019


Nach ein paar Jahren Pause fassten wir den Entschluss, mit der Streamline wieder an der Rheinwoche teilzunehmen.
Bei der Rheinwoche handelt es sich um eine mehrtägige Traditionsregatta, die, zum 97. Mal ausgetragen, in diesem Jahr von Düsseldorf auf dem Niederrhein über die Etappenstationen Duisburg-Ruhrort, Wesel, Rees und Emmerich erstmalig seit 1960 wieder grenzüberschreitend ins niederländische Arnheim führte.

Trotz intensiver Suche ließ sich neben Wolfgang und mir kein drittes Crewmitglied gewinnen, sodass wir bei Abfahrt aus Berlin nur zu zweit dastanden. Glücklicherweise erklärte sich Maja kurzfristig bereit bei uns mit zu segeln. Bei angesagten Böen von bis zu 32 kn waren wir darüber mehr als happy.
Rund 95 Segelboote in sieben Startgruppen gingen am Pfingstsamstag in Düsseldorfer an den Start. Auf den beiden Wettfahrten von Düsseldorf nach Duisburg- Ruhrort und dann weiter von Ruhrort nach Wesel, waren starke Winde aus Südwest angesagt, also perfekt für viele Spikurse.

Leider hielt sich der Wind nicht an die Vorhersage und frischte in der zweiten Etappe in Verbindung mit einem Wechsel von Abdeckung und freien Stücken auf Böen  bis zu 8o km/h auf, die in kurzen Abständen wie eine Faust auf die Boote eindroschen. Infolgedessen schafften es nur 48 Boote aus eigener Kraft über die Ziellinie. Ihnen war die Erleichterung förmlich ins Gesicht geschrieben. Die DLRG verhinderte mit ihrem Eingreifen größere Unglücke bei den manövrierunfähig auf dem Rhein treibenden Seglern.
Bilanz des Tages: 12 Mastbrüche, 90% der Jollen gekentert und kein Schwertzugvogel der Startgruppe 3 mehr segelbar

 
Am Sonntag war dann ein typischer Schwachwind-Tag, aber es konnte eigentlich noch ganz gut nach Rees gesegelt werden. Auf der Nachmittagswettfahrt nach Emmerich gab es dann Flautenphasen, die fast noch nerviger waren, als die Starkwindsituation am Vortag. Im Emmericher Yacht-Club lagen wir im Hüthumer Meer in Päckchen am Steg. Die Eureka, unser begleitendes Passagierschiff, auf dem wir übernachten, frühstücken und Mittag essen konnten, musste zum Anlegen noch einen Steg verschieben, konnte nach einer Stunde dann aber doch endlich im Hafen anlegen.
Die Schlussetappe nach Arnheim konnte bei  leichtem bis mäßigen Nordostwind gesegelt werden. Nachdem an der Niederländischen Grenze die Gastlandflagge gehisst wurde, bestand hier die Herausforderung aus zwei Abzweigungen, zuerst auf dem  Pannerdenschen Kanal und dann auf dem Neder Rijn. Zudem gibt es dort zwei Gierfähren (Prinzip müsst ihr mal googeln), die passiert werden mussten.
Das Blaue Band sowie die Startgruppe Yardstick < 110 gewinnt die Streamline "Boba Fett" aus dem KaR mit Steuermann Wolfgang Koglin, Thilo Merz und Maja Heyden in 8 Stunden, 16 Minuten und 4 Sekunden nur zwei Minuten vor Luitpold Prinz von Bayern, Bayerischer Yacht Club, auf seiner Asso 99 "König Ludwig". Das Blaue Band gewinnt das Boot, das über die gesamte Strecke die aufsummierte kürzeste Zeit gesegelt ist.
Das "Blassblaue Band", das nach der Rheinausgleichsformel mit Yardstickzahl und Stromkorrektur nach Schabrod berechnet wird, gewinnt die Yngling "immer süd".