Donnerstag, 3. November 2016

6. und letzter Segelbundesligaspieltag in Hamburg, 27. - 29.10.16

Wie schon Meister Yoda sagte: Um die Wurst es ging!

oder 

Bleibt der Klub am Rupenhorn erstklassig?

 

Das Rupenhorn


Nach den fünf Bundesligaevents in diesem Jahr sah es auf den ersten Blick in der Gesamttabelle gar nicht so schlecht aus: Der KaR liegt auf Rang 11 (von 18), mit 55 Punkten, knapp vor den Relegationsrängen (Plätze 13 bis 15). Der erste Blick jedoch täuscht… Die Plätze 7 (49 Punkte) bis 15 (61 Punkte) sind was die Gesamtpunktezahl angeht so dicht beieinander, dass wir in die Top 10 segeln sollten, um sicher in der 1. Liga zu bleiben, darüber hinaus könnte uns ein richtiger Patzer sogar in die direkten Abstiegsränge katapultieren. Von den anderen Segelvereinen ist keine Schützenhilfe zu erwarten, die bieten alles mit Rang und Namen auf was die Kader zu bieten haben.

Unser primäres Ziel für dieses Jahr ist der Klassenerhalt. Für den Klub treten Malte, Sebastian, Thilo und Simon auf dem Wasser an. Um die Wichtigkeit des Events zu unterstreichen, reist fast das komplette Bundesligateam mit. Katha, Oline, Saskia, Felix und Florian sorgen für moralische Unterstützung, Verpflegung und Berichterstattung auf allen Kanälen (bis auf Snapchat und Instagram, die kommen nächste Saison noch dazu) und wetzen die Messer zwischen unseren Zähnen.

Los ging es bereits am Wochenende zuvor mit zwei intensiven Trainingseinheiten bei schwachem Wind auf den heimischen Gewässern. Am Samstag konnten wir in den Pausen von der Flaute mit den zwei J70 vom KaR und einer vom BYC ein paar Runden drehen. Am Sonntag gab es das volle Programm mit zusätzlichen Teams vom BYC, SV03, PYC und YCBG. Eine Rekapitulation von Kiel rundet das Trainingswochenende ab und gibt uns ein paar Gedanken mit auf den Weg nach Hamburg. Das von Wolfgang ausgegebene Ziel, keine 6. Plätze mehr einzufahren, haben wir leider noch nicht so richtig umsetzen können, soviel sei schon an dieser Stelle verraten. So bleibt dann auch noch Verbesserungsspielraum für die kommende Saison.

Die 70KaRat an der Schönen Aussicht
Am Montag wurde die 70KaRat, unsere Vereins-J70 nach Kiel verfrachtet und bis zum Dienstagabend noch ein paar Trainingseinheiten auf der Außenalster, mit Nebel und Elphiblick, absolviert. Am Mittwoch musste das Boot wieder aus dem Wasser gekrant werden, damit im NRV genug Platz für den gesamten Ligafuhrpark war. Der Layday wurde für Entspannung bzw. Alltagstrott genutzt, bevor es so richtig ernst wurde. Am letzten Spieltag geht es immer schon Donnerstags los, damit noch genug Zeit für die Relegation im Anschluss bleibt. 

Nebel auf der Außenalster am Morgen
Der Donnerstag (27.10) begrüßt uns ganz freundlich mit 14°C, und damit fast 10° mehr als noch am Vortag. Wir haben diesmal in der Pairingliste das Nullboot gezogen, sind also immer im ersten Rennen eines jeden Flights dran. Damit sind wir ganz regelmäßig ein Mal alle 70 Minuten dran und haben zwischen unseren Renne immer ca. 10-20 Minuten an Land. Der Wind zeigt sich von seiner freundlichen Seite und weht mit 5-9 Knoten. Insbesondere die Böen sind wichtig für ein erfolgreiches Rennen, sie sind deutlich stärker als die Grundwindstärke und bringen starke Winddreher mit sich.

Und Action! - Das KAR Team beim Ablegen
Trotz 30 Minuten Einsegelzeit läuft das erste Rennen auf Boot 6 läuft noch nicht so wie geplant und endet nach starkem Start auf Platz 6. Im zweiten Rennen auf Boot 2 folgt dann prompt der 2. Platz nachdem wir, lange Zeit auf Platz 4 liegend, auf dem letzten Downwind noch einen schönen, weil Erfolgreichen, Angriff zustande gekriegt haben. Es scheint als wäre unser Schicksal mit der Bootsnummer korreliert, allerdings fahren wir mit Boot 4 in unserem dritten Rennen einen 3. Platz nach Hause, wieder rettet uns ein grandioser letzter Vorwindkurs von 6 auf 3, das ist gut fürs Ego. Es folgen an diesem Tag noch die Platzierungen 2 und 6. Den letzten Platz handeln wir uns wegen eines Strafdrehung ein: An der Luvtonne laufen wir auf das Schiff direkt vor uns auf und berühren mit unserem Gennaker sanft dessen Flaggenkonstruktion.

Malerischer Blick vom Balkon

Damit ist der seglerische Teil mittelmäßig gut beendet. Wir runden den Tag in der gemeinsamen Ferienwohnung im schönen Hamm-Süd mit ausgiebigem Abendessen, einem provokanten Frage-Antwort Spiel und den für den guten Leistungsschlaf obligatorischen Absackern ab.

Der Freitag beginnt typisch für Hamburg ungemütlich mit Nebel, Nieselregen und komplett ohne Sonne. Der Wind ist dem Vortag sehr ähnlich wenn auch minimal stärker. Der erste Start ist um 10 Uhr angesetzt und verspricht ein richtiges Berlin Battle. Der BYC, VSAW und YCBG sind mit an der Startlinie. Natürlich setzen wir uns mit unserem gesunden Selbstbewusstsein und (fast) einem Start-Ziel Sieg durch. Das ist doch ein Auftakt nach Maß! Es macht sich bezahlt, dass Malte das Biertrinken am Abend zuvor verweigert hat.
Es folgt ein enges Rennen, das wir auf Platz 4 beenden. Danach geht der ganze Spaß nochmal von vorne los: D.h. ein weiterer Start-Ziel Sieg und ein weiterer 4. Platz. Derweil bekommt das Landteam massiven Zuwachs: Die Ibbekens, Lenzens, Piechowiaks, Merzottos, Georg, Nora & Jakob und Oline haben den Weg aus Berlin, bzw. vom Horner Kreisel auf sich genommen zum Live Daumendrücken.
Hilft leider nix, die nächsten beiden Rennen enden ganz traurig ganz hinten im Feld. Im Flight 10 ist ein starker Rechtsdreher beim Start 'schuld'. Der VSAW macht am Startschiff zu, wir können nicht mehr verzögern und müssen außen am Startschiff vorbei, einen Kringel fahren und in den Abwinden der anderen J70 neu starten. Den massiven Rückstand holen wir nicht mehr auf. Im 11. Flight versuchen wir einen Steuerbordstart wegen eines weiteren starken Rechtsdrehers. Der Plan ist hinter den anderen Teams zu kreuzen. Leider sind viele der anderen Boote nicht pünktlich an der Startlinie, so dass wir viele Sekunden verlieren und wichtige Meter verschenken. Den eigentlich sicheren 5. Platz geben wir in einer, im Nachhinein betrachtet, zu waghalsigen Gybeset Attacke auf dem letzten Downwindkurs her. Mitschuld ist zweifelsohne die Kälte, die sich langsam durch die vielen Kleidungslagen frisst. Eine weitere Lage muss her, und mit frischen Handschuhen, einem Nackenwärmer geht es ins letzte Rennen des Tages. Da sich tatsächlich die Sonne für ein paar Sekunden gezeigt hat setzen wir alle unsere schicken polarisierten Sonnenbrillen auf und trotz einer unglücklichen Startkreuz auf Platz 5, ziehen wir auf dem ersten Downwind alle Register und fahren mit einer Privatböe (wir hätten die Sonnenbrillen vielleicht schon früher aufsetzen sollen) am gesamten Feld vorbei… Boom Platz 1! Perfektes Ende.

Es bleibt noch die Challenge, kurzfristig für 20 Personen in der Mangelstadt Hamburg ein Restaurant zu finden. Connie meistert diese Aufgabe mit Bravour und wir müssen sogar nur einen kurzen Spaziergang um die Ecke machen. Die Meinungen sind zwar inhomogen, aber wir haben einen der besten Italiener der Stadt erwischt. Es gibt sauleckere Nudelgerichte mit dem Wermutstropfen, dass die Portionsgrößen Sternecharakter haben.

Für den Samstag stehen nur noch 3 Flights, also insgesamt 9 Rennen zuzüglich der beiden Finalläufe an. Die Blitztabelle, die über unsere Chancen zum direkten Verbleib in der Liga entscheidet, hat sich nicht so richtig zu unseren Gunsten verändert. Es ist immer noch verdammt knapp und für viele Teams noch alles möglich. Die Böen heute sind nochmal ruppiger als an den Tagen zuvor. Das erste Rennen um 10:30 wird ein mit sauberen Manövern erkämpfter 2. Platz. Die Whatsapp Gruppe explodiert mit Bildern von Händen. Unser nächster Start muss verschoben werden, weil die OnBoard Kameras noch fine-getuned werden müssen. Als das Makeup dann perfekt sitzt, geht es los. Die Grundspannung hat vielleicht zu viel Abgenommen in der Zwangspause und das Timing beim Verteidigen der leewärtigen Seite der Startlinie ist minimal daneben. Wir haben kein Speed mehr im Boot und treiben auf die Starttonne. Die Schiedsrichter zeigen uns die rote Flagge und wir dürfen Kringeln. Da eh kein Speed im Boot ist zieht sich das Manöver wie Kaugummi. Nichtsdestotrotz beißen wir die Zähne zusammen und siehe da, auf dem letzten Vorwindkurs in Richtung Ziel unterläuft dem Düsseldorfer Yachtclub einen uns bekannter Fehler und er lässt uns alleine auf die linke Kursseite ziehen. Mit der passenden Böe und der passenden Winddrehung kreuzen wir drei Bootslängen vor ihm die Ziellinie (Platz 5). 

Unter Gennaker ins Ziel
Es ist nur noch ein Rennen für uns übrig. Der Gesamtplatz 6, und damit der Finaleinzug, ist nicht mehr möglich. Aber hinten bei den Relegationsrängen ist immer noch nichts gewonnen oder verloren. Im letzten Rennen hat der Wind ordentlich zugenommen. Kräftige Böenfelder ziehen über die Alster. Boot 1 (schwarz) muss ausgetauscht werden und die wertvollen Minuten die wir dadurch gewinnen, nutzen wir, um nochmal die Starkwindhalsen zu üben. Dann folgt endlich der Start, wir haben die Position auf der Mitte der Linie und freien Wind. Gutes Timing, guter Speed und die passende Winddrehung verhelfen uns bald zu einer kleinen Führung. Der Wind dreht viel hin und her und so müssen viele Wende gefahren werden. Aber am Luvfass sind wir die Ersten. Zum Gate müssen wir Federn lassen und runden an Platz 4. Die zweite Kreuz wird so grandios wir die Erste und wir gehen ganz knapp hinter dem 1. ums Luvfass. Der letzte Vorwind bei ordentlich Druck (wir empfehlen an dieser Stelle die Videoaufzeichung bei Youtube) geht zu unseren Gunsten aus und wir beenden unser letztes Rennen auf dem 1. Platz.
Damit sind wir insgesamt bei diesem Event auf Platz 8 gelandet und tatsächlich können wir ganz entspannt das Wochenende angehen, weil wir in der Ligagesamtwertung damit auf Platz 11 liegen.

Leider hat es unsere Trainingspartner vom Berliner Yachtclub böse erwischt und wegen eines 
17. Platzes in HH auf einen Relegationsplatz katapultiert. An dieser Stelle sei verraten, dass Sie die Relegation mit Bravour gemeistert haben und der 1. Segelbundesliga weiter treu bleiben!

Dieser positive Abschluss musste natürlich von uns gebührend gefeiert werden und nach Stapelweise Pizza und Pizzabrötchen ging es, wie es sich fürs Abstürzen mit Stil gehört, auf den Kiez.
Wir danken allen Unterstützern, die diese Saison erst so ermöglicht haben, und hoffen, Ihr freut euch alle mit uns auf ein weiteres Jahr blutiger Kämpfe in der Wasserarena!



Mittwoch, 2. November 2016

5. Bundesligaspieltag - KIEL 15.-17.09.2016


Es geht so langsam auf die Zielgerade der Bundesligasaison. Der vorletzte Spieltag steht in Kiel an; für uns in der Teamkonstellation Simon, Thilo, Sebastian und Malte das zweite Mal Bundesliga segeln nach dem Saisonauftakt in Starnberg. So richtig wissen wir nach der langen Pause nicht, wo wir stehen. Aber unterstützt von Felix vor Ort kann eigentlich nichts schief gehen. Im Audi Teamfahrzeug sponsored by FloSchlitter reisen wir am Donnerstag an und nachdem wir uns den Schlüssel der Ferienwohnung fürs Wochenende abgeholt haben, gibt es noch eine Stärkung beim Griechen in einem Außenbezirk von Kiel.
Am nächsten Tag wartet dann die Kieler Innenförde mit der größten Segeljacht der Welt und einem Delfin auf uns. Darüber hinaus gibt es noch 35 andere Bundesligateams, die in der 1. und 2. Liga mit und gegen uns in 15 Rennen pro Verein - und weiteren zwei Finalläufen für die jeweils sechs Bestplatzierten - um die Punkte kämpfen.
Im ersten Rennen sind wir alle an Board noch recht aufgeregt und so starten wir mit einigen Fehlern erst einmal mit 6 Punkten = letzter Platz in das Event. Doch gleich im nächsten Lauf können wir das Ganze wieder drehen. Platz 1 lässt uns optimistisch auf die weiteren zwei Rennen an diesem Tag blicken. Verfrüht! Im darauffolgenden Rennen handeln wir uns in der Startvorbereitung im Zweikampf mit dem amtierenden deutschen Meister DTYC im Stehduell ein Penalty ein. Wir segeln vom Start weg allen hinterher und können keine Plätze mehr aufholen. Das folgende Rennen dominieren wir zwar und queren als erste die Ziellinie, bekommen aber ein OCS gutgeschrieben. Etwas zu früh am Start. So gehen wir mit ordentlich Punkten und einem letzten Platz in der Tabelle schlafen.
Der nächste Tag mit deutlich mehr Wind auf der Innenförde liegt uns zu Beginn deutlich besser. Nach 4 Rennen, bei denen Felix zwei mal das Rupenhorn stoßen durfte, haben wir uns in die erste Tabellenhälfte verholt. In einer etwas längeren Pause genießen wir den gelungenen Auftakt bei Cafe und heißer Schokolade. Doch anschließend will uns nichts mehr so richtig gelingen. Es läuft einfach nicht mehr. Trotz Platzierungen um zwei und drei nach der ersten Startkreuz segeln wir uns regelmäßig auf die Plätze 4, 5 und 6 zurück. Es ist der Wurm drin...
Und der bleibt da auch am Sonntag. Lediglich im letzten Rennen bei wieder weniger Wind schaffen wir noch einmal einen 3 Platz. Im richtigen Moment; den so erreichen wir zumindest noch den 13 Platz an diesem 5. Spieltag. Schadensbegrenzung und Platz 11 overall.
In Hamburg wird es dann richtig zur Sache gehen. Der Kampf um den Klassenerhalt steht an.

Samstag, 3. September 2016

Die Deutsche Meisterschaft der Dyas

Die IDM 2016 der Dyas Klasse fand in der schönen Marina Kröslin in Kröslin statt. Anstatt das die Schatzmeister (Malte Hoge und Philip  Heldmann - für die die es immer noch nicht wissen) des KaR’s wie gewohnt auf die Jagd der Meisterschaft gingen, versuchte Jacob Tiedemann als Vorschoter auszuhelfen.




Tag 1 & 2 – Anreise und Vermessung, nichts mit segeln.


Anreise war am 30.07.16. Mit einer sehr entspannten Fahrt aus Berlin kamen wir in Kröslin um 13 Uhr perfekt zum Beginn der Vermessung an. Sie sollte 2 Tage dauern. Nach dem die Segel am Samstag souverän vermessen wurden, kamen am Sonntag die Boote dran. Nach einem ausgewogenen Frühstück in einer extravaganten Ferienwohnung (einem Floating Boat) mit einem direkt über die Toilette erreichbaren Liegeplatz für die Dyas wurde das schöne Wetter auf der Terrasse genossen, bevor die Boote vermessen wurden.

Geplant war eigentlich ein Trainingstag, da wir nur einmal zuvor gemeinsam in Berlin trainieren konnten. Mit einer Brise gegen 15 Uhr (eher eine Brise Hoffnung) ging es raus auf die See, jedoch wurden wir schnell enttäuscht und fuhren nach einer halbe Stunde dümpelnd wieder rein. Somit war das einzige Highlight das Buffet und der Shantychor, der extra zur Eröffnung anreiste und für Stimmung sorgte!



Tag 3
Der Windfinder prognostizierte einen guten Wind und dem war auch so, als wir nach einer Stunde den Tonnen folgend in unsere Regattagebiet eintrafen. Nach einigen Manöverschlägen auf der Kreuz und auf dem Vorwind ging es mit der ersten Wettfahrt los. Wir stimmten uns gut durch einen ständigen Dialog an Bord ab und fuhren in dem Feld von 28 Booten einen 6., 7. und 5. Platz ein.  Damit waren wir am ersten Wettfahrttag mit dem 5. Platz hochgradig zufrieden. Highlight des Tages war(en) auf jeden Fall neben dem Freibier und der Tagesplatzierung, die 2. Wettfahrt, die sich zum Starttraining entpuppte. Nach einem Allgemeinen Rückruf kam endlich die Black Flag, die jedoch vor Ort neu definiert wurde. Auch eine Klasse, die mit einer großen Anzahl von älteren SegelerInnen besetzt sind kann nicht erzogen werden. Der 2. Start wurde trotz Black Flag mit einem Allgemeinen Rückruf abgebrochen. Der 3. Start wurde 1 Sekunde vor Start abgebrochen mit der Flagge „Allgemeiner Rückruf“ und der Flagge „Startverschiebung“. Wir waren alle so verwirrt, dass uns der 4. Start zwar gelungen ist, aber das ganze Feld mit einem Steuerbordbug starten musste, da das Pin End maximal bevorzugt war. Mit einem Anlieger ging es dann hoch zur Tonne 1.
Abends wurde das Starttraining des Wettfahrtleiters beim Freibier lautstark diskutiert und abgehakt. Mit dem Alkoholpegel sinkt halt eben auch die Vernunft.
Wie oben erwähnt gab es mehrere Highlights, sodass diese am Ende des Tages von Diesem einem Highlight übertroffen wurde. Hiermit lassen wir das Bild einfach unkommentiert.
 
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Tag 4
Der zweite Wettkampftag ging mit der Motivation los, dass man immer steigerungsfähig bleiben muss. Demnach wollten wir zum einen den 5. Platz verteidigen und gucken, wen man so oben angreifen kann. Wir konnten eines der Ziele umsetzen, indem wir den 5. Platz am Ende des Tages mit den Plätzen 9, 4 und ein 16 hielten. Highlight war der 4. Platz bei der Deutschen in der 5. Wettfahrt. Somit hatten wir auch das Ziel der Steigerungsfähigkeit angekratzt. Der 16. Platz in der 6. Wettfahrt war zum Glück kein Ausfall unsererseits sondern das ganze Feld hat sich irgendwie auf unerklärliche Weise komplett umgedreht, bis auf Ausnahmen.

Tag 5
3. Wettkampftag- die beste Leistung sollte gefahren werden. Nachdem Philip immer skeptisch war, dass wir es schaffen konstant zu bleiben, legten wir die beste Leistung hin. An diesem Tag wurde das Boot mit 140 kg Kampfgewicht im Trapez unantastbar. Der im Gesamtergebnis Vizemeister fuhr allen an diesem Tag bei 5 Windstärken einfach davon. Wir legten in der ersten von zwei Wettfahrten den 2. Platz hin. Es fühlte sich wie der erste an, da der Vizemeister locker 5-8 Minuten schon im Ziel wartete. Kann hier auch als Ironie bezeichnet werden.
Nach einem weitern 6. Platz fuhren wir in den Hafen zurück, kreuzend durch die 30 m Breite Fahrwasserrinne. Damit wurde Philip im Trapez mal gefordert und Jacob konnte sich beim steuern ausprobieren. Jacob fand das Manövertraining gut. Philip war danach, sagen wir  ein wenig erledigt. Das gekühlte Helle baute ihn auf der Terrasse unfassbar schnell wieder auf. Highlight war der 2. Platz und 3mal darf man raten: Wir hielten weiterhin den 5. Platz und konnten uns sogar nach hinten einen Puffer aufbauen.

Tag 6

Der letzte Tag stand an und wir wollten den mittlerweile „ewigen“ 5. gern „nach Hause“ segeln. Nach oben anzugreifen war es nur möglich, wenn die Gegner einen Aussetzer gehabt hätten. Mit einem 4. Platz und einem Frühstart des unmittelbar vor uns in der Gesamtwertung liegenden Gegner  hatten wir noch die Hoffnung auf den Blechplatz (Oder wie Philip ihn beschreibt: Sieger der Herzen). Auf dem Heimweg setzte dann nochmal richtig Wind ein, den wir gebraucht hätten um anzugreifen.





Jedoch half uns der späte eingetroffene Wind und der Frühstart des vor uns liegenden nicht und mit 2 Punkten Unterschied auf den 4. Und 5 Punkte unterschied zum 3. waren wir sehr zufrieden den „ewigen“ 5. nach Hause bringen zu können und natürlich auf unsere erbrachte Leistung.

Fazit.
Eine Woche in einer Hammer Unterkunft gewohnt mit unmittelbaren Bootsliegeplatz. 4 Tage lang geiler Wind bei 4-5 Windstärken im Schnitt und süßer Ostsee Welle und jede Menge Bier. Mit einem 5. Platz konnten wir den KaR in Kröslin bei der IDM sehr zufrieden repräsentieren. Das Baltic Sea Resort hat den passend Spruch auf die Bierbänke gedruckt: Einfach. Sein. Und das taten wir.


Philip Heldmann und Jacob Tiedemann

Freitag, 26. August 2016

Start der i14 WM in Carnac

80 i14 aus aller Welt sind in Carnac eingetroffen und wir konnten heute im ersten Rennen immerhin mit Platz 47 Starten.



Ich bin schon seit zwei Wochen hier und hab mir für ein Training bei ordentlich Wind einen anderen Steuermann ausgeliehen.  Leider haben wir gleich die römische Mauer unter Wasser vor der Hafeneinfahrt gefunden und den Schwertkasten etwas demoliert.


Mittwoch, 10. August 2016

4. Turmregatta am Reschensee

oder Traumrevier, das sich noch nicht von seiner windigen Seite zeigte.

Neben dem Gardasee verstecken sich noch manch andere Segelrevierperlen südlich der deutschen Grenze. Dieses Jahr machte sich die Streamlineklasse auf, den Südtiroler Reschensee zu erkunden.
Der kleine, aber feine Segelverein Reschensee, der erst 2011 die Tore geöffnet hat, bietet sich da als Ausrichter an.




Das Gebiet ist große Klasse: Ein 6 km langer Stausee berühmt für seine kontroverse Geschichte mit Enteignung, Dorfsprengung und -überflutung. Zementiert in seinem Wahrzeichen, dem Alt-Grauner Kirchturm, der zur Hälfte aus dem See ragt. Der See liegt auf etwa 1400m Höhe und verspricht 300 Sonnentage, die im Allgemeinen schön starke thermische Winde zur Folge haben. Umrahmt wird der See von einer malerischen Kulisse schneebedeckter Berge, die an der 4000 Metermarke kratzen. Trotz Sommer-Hochsaison kommt der See sehr ruhig daher und nur ein paar wenige Kitesurfer ziehen ab und an ihre Bahnen.
Das kleine und feine Klubhaus des Seglerverein Reschensee

Die Anreise von München kann man durchaus als Katzensprung bezeichnen, umso
mehr freuen wir uns, dass drei Teams den weiten Weg aus Berlin auf sich genommen haben. Der Regattakalender versüßt ja auch die Anreise, weil die Events in Österreich und Italien clustern, so dass die Boote hier unten gelassen werden und die Teams so deutlich zügiger ihre Rückreise bestreiten können.
Tatsächlich erst nach der Regatta entstandenes Bild beim Probeschlag mit Manne!

Der Samstag beginnt ganz entspannt, da der erste Start nicht vor 13:00 vorgesehen ist. Diverse Boote werden noch gekrant und machen mit der ersten Besonderheit des Sees Bekanntschaft. Es gibt keinen richtigen Steg sondern nur Bojenliegeplätze. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, da alle Mannschaften per Motorboot geshuttelt werden. Wir teilen uns das Event mit den Solingen, die seit Freitag da sind und schon fleißig ihre Bahnen ziehen.

Zum ersten Start haben wir etwa drei Windstärken. Die Thermik kann sich nicht so richtig aufbauen, weil das Wetter eher bescheiden ist. Gesegelt werden sollen drei klassische Runden 'up and down'. In der zweiten Runde lässt der Wind dann ordentlich nach und dreht in Richtung Einbahnstraße. Die Wettfahrtleitung erlöst uns am Ende der zweiten Runde mit der Flagge 'S'. Es geht zurück in den Hafen und wir lernen die weiteren Annehmlichkeiten des Gastgebervereins kennen: Freibier, Brotzeit und noch mehr Freibier. Da blüht das Seglerherz. Ein weiterer Start kommt auch nicht mehr zu Stande. Da hilft auch nicht, dass die Einheimischen von 4 Wochen Bombenwetter mit ordentlich Wind berichten können. Abends wird dann gemeinsam im großen Festzelt gespeist, mit 4-Gänge Menü von dem so manch anderer Segelverein vor Neid erblassen würde. Außerdem werden die Tagessieger mit rotem Trikot und Champus gekürt.

Noch abends wird beschlossen für die weiteren Rennen generell auf zwei Runden zu verkürzen, um noch möglichst viele Wettfahrten in die Wertung zu kriegen.
Der Sonntag fängt dann auch gut an. Die erste Wettfahrt geht bei Südwind sauber durch, der nächsten geht jedoch auf den letzten Metern die Puste aus. Bei der daraus resultierenden Bahnabkürzung gibt es zwar ein wenig Konfusion, aber nichts was einen Einfluss aufs Ranking hat.
Danach ist dann erstmal Glatze auf dem See. Die Sonne kommt raus, es wird verdammt heiß und wir können endlich die Wollmützen ausziehen, die für jeden Teilnehmer im Begrüßungspaket waren. Zusammen mit den Solingen segeln wir über den See und treiben einmal kollektiv um den bereits besprochenen Kirchturm herum und begaffen die Touristen an Land.

Die ersten Streamlines geben die Hoffnung auf und machen sich auf zum Kran,
allerdings setzt kurz vor der letzten Startmöglichkeit der Wind aus Norden wieder ein.
Der Wettfahrtleiter macht kurzen Prozess und so geht es mit den verbliebenen Streamlines noch ein letztes Mal auf die Bahn. Vielleicht liegt es am Sonnenschein in der Windpause, jedenfalls bläst es jetzt endlich mal mit guten 4 Windstärken. So macht die Streamline besonders viel Spaß. Champagnersegeln zum Abschluss.

Für alle Beteiligten bleibt das Herauskranen. Abgerundet wird es mit Freibier.
Das ist für uns besonders interessant, weil wir noch ein paar Tage Urlaub hinten dranhängen und auf die Rückreise verzichten können.
Definitely quite beautiful



Es bleibt noch die Zusammenfassung und der Ausblick: Verdammt schön hier im Hochgebirge. Ein See, der nicht langweilig wird – wenn doch, dann einfach mal unfreiwillig Mann über Bord Manöver üben. Wir haben den See jedenfalls taktisch noch nicht so ganz durchdrungen.

Ergo wiederkommen! Die würden uns hier auch nochmal nehmen. Freie Bojen gibt es auch, also können wir nächstes Jahr mit zwanzig Streamlines aufschlagen. 


3. Platz 2002 Adrian, Carlo und X
2. Platz 2073 Axel, Viecher und Thilo
1. Platz 2065 Malte, Thilo und Simon

Allerdings gibt's Wein zu gewinnen. Aus Tirol, in riesigen Flaschen…

Es grüßt eure GER 2065