Sonntag, 4. Mai 2014

Rupenhorner Teeny Start 2014, von Frank Lüneberg



Am Wochenende 26.+27.4. gingen in Berlin beim Rupenhorner Teeny Start 23 Crews an den Start. An beiden Tagen zeigte sich die Sonne, ab und zu allerdings mit ein paar Wolken, Wind im Mittel 2-3, bis zu 5er Böen. Der Start am Samstag war auf 13:00h gelegt, damit die auswärtigen Segler genug Zeit zum Anreisen hatte. Jedoch waren die Niedersachsen, NRW`ler und Hamburger schon am Freitagabend da, so dass am Samstagmorgen noch Zeit für ein ausgiebiges Frühstück war und finetuning an den Jollen vorgenommen werden konnte.
Beim Auslegen der Bahn zeigte der Berliner Wind was er konnte. Dreher bis zu 90Grad verschoben den ersten Start ein wenig. Lothar Loehrke, der Wettfahrtleiter behielt die Nerven und die Ruhe gemeinsam mit der Startbootmannschschaft. Das Zielboot blieb dann gleich im Hafen, da ein Ladegerät seinen Geist aufgegeben hatte und die Batterien die Maschine nicht starten ließ. Unser Kutter mit der kompletten Verpflegung für die Segler übernahm daher am Samstag die Aufgaben des Zielbootes.
Der erste gelungene Start verlangte dann von den Anfängern so einiges, da diverse Böen auf der Bahn eine leichte Panik aufkommen ließ. Trotzdem kamen alle ins Ziel, Anton und Carlotta mit fast einer Bahnlänge vor dem zweiten (Martin und Stefan Schmidt, Seeburger See). Charlotte Henkel und Lena Leiers kamen als 3. ins Ziel.

Direkt nach dem 1.Zieleinlauf des Rupenhorner Teams, David Neeb und Nick Kauschmann ,brach ihnen der Lümmelbeschlag, so dass die 2. Wettfahrt ohne die beiden Anfänger stattfand. Abends stand somit eine Reparatur an.

Nach 2 Wettfahrten ging es zurück zum Klub am Rupenhorn. Einen Jongleur hatte der KaR engagiert, der nicht nur vorführte, sondern alle Segler zum Mitmachen motivierte. Auf der großen Wiese wurde dann 2 Stunden geprobt.  Dazu gab es ein riesiges Grillbuffett mit verschiedenen Salaten. Der Abend klang dann so langsam aus. Leistungsschlaf war angesagt.



Für den Sonntag war wieder ausreichend Wind vorausgesagt. Die Teenys wurden erneut getrimmt und los ging es. Der erste Start war für 10:00h angesetzt. Diesmal mit Up and Down und Gate. Eine schöne lange Kreuz, wieder mit Drehern und durch die vielen Sonntagssegler anspruchsvoll zu segeln, verlangte viel von den Jüngsten. Einige unsportliche Dickschiffsegler knallten durchs Feld und verursachten Angst und Schrecken und bei einigen Seglern auch Tränen. Das wird allerdings auf BSV-Ebene noch einmal thematisiert. Bei den am Sonntag zwei gesegelten Regatten sortierte sich die Liste noch ein wenig. Mit vier ersten Plätzen tat sich jedoch ganz oben nichts mehr. Anton und Carlotta waren einfach unschlagbar. Einen Sonderpreis bekamen die jüngste Seglerin Alegra Pflüger(YCSt) und der jüngste Segler Nick Kauschmann (KaR).

Eine tolle Siegerehrung und ein Kuchenbuffett rundete die Regatta dann erfolgreich ab. Das Organisationsteam, Sportobfrau Annika Oline Großmann und Frank Lüneberg, Stellvertretender Vorsitzender zeigten sich zufrieden und freuen sich schon auf das nächste Jahr.

Ergebnisliste und Diashow auf: www.kar-berlin.de
Fotos: Florian Kleiß


Donnerstag, 1. Mai 2014

Bericht 420er Ostertrainingslager 2014 im Ferienzentrum Bi-­‐Village in Kroatien -­‐ Istrien (18.04. – 26.04.2014)



Von Franka Mehler
Freitag, den 18. April 2014: Am Karfreitag trafen sich insgesamt zehn Segler aus dem Segler--‐Verein Stößensee (Anja, Ferdinand, Jan, Jonas, Max und Zoe), dem Klub am Rupenhorn (Fabian und Franka) und der Seglervereinigung Havel (Fabian und Mike), um die Boote zu verladen. Nachdem alle 420er sauber und ordentlich auf den Trailern festgezurrt wurden, fuhren alle nach Hause, um die letzten Sachen zu packen. 

Samstag, den 19. April 2014 Am Samstag ging es dann voller Vorfreude auf Sonne, Segeln und Wind nach Kroatien. Um 15:00 Uhr saßen alle in den drei Autos und wir machten uns bereit für eine 17--‐stündige Fahrt durch Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien zu unserer 1200km entfernten Unterkunft in Fažana in Istrien.  

Sonntag, den 20. April 2014 Nach einer langen, anstrengenden aber dennoch lustigen Autofahrt, sind wir am Sonntag um 8:30 Uhr mit purem Sonnenschein im Ferienzentrum Bi--‐Village angekommen. Da wir schneller angekommen sind als gedacht, und nicht faul rumsitzen wollten bis wir unsere Häuser beziehen durften, bauten wir die Boote auf. Kurz vor Beendigung des Booteaufbauens machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und es gab einen kurzen Platzregen, sodass alle Sachen leicht durchnässt waren. Da Alexander und Philipp schließlich die Hausschlüssel besorgen konnten, wurden erst einmal alle Taschen ins Trockene gerettet und dann gab es auch wieder den erhofften Sonnenschein. Nun wurde erst einmal gefrühstückt, was sich bei einer „voll ausgestatteten Küche“, ohne Backofen, als etwas schwierig erwies. Als Janine dann kurzerhand auf die Idee gekommen ist die Brötchen in der Pfanne zu „grillen“, waren alle glücklich. Für die zukünftigen Tage musste sie somit die Essensplanung neu überdenken.  Nachdem dann die Zimmer aufgeteilt wurden, bezogen wir diese. Danach wollten wir das Segelgebiet erkunden und uns an das Mittelmeer gewöhnen. Wir beschlossen also kurzerhand noch am Ankunftstag mit dem Segeln zu beginnen und starteten mit einem freien Training. Nachdem wir beim Segeln vom klaren Wasser beeindruckt waren haben die meisten beschlossen in dem noch 15°C kaltem Mittelmeer baden zu gehen. Danach haben wir uns das Salzwasser abgeduscht und unsere Kartoffelsuppe mit Würstchen in der Abendsonne gegessen.  


Montag, den 21. April 2014 Der Montag wurde durch den vielen Wind geprägt. Es war der erste geplante Trainingstag. Nachdem wir um 8:00 Uhr gefrühstückt hatten, begannen wir das Vormittagstraining bei etwa drei Windstärken mit Spimanövern. Wir besprachen und übten das Lee--‐ und Luvtonnenmanöver und die Spihalse. An Land aßen wir dann entspannt unsere Lunchpakete und segelten bei rund fünf bis sechs Windstärken wieder aufs Wasser. Wir wollten das Training vom Vormittag weiterführen, was sich durch viele Kenterungen als schwierig erwies. Nachdem sich dann alle wieder durch eine warme Dusche und ein warmes Abendessen vom anstrengenden Segeltag erholt hatten, schauten wir uns das Videomaterial der GoPros an. Die Videokameras waren an den Booten befestigt und boten uns schließlich die Möglichkeit unsere Fehler zu analysieren und erstaunlich gute Manöver zu betrachten. 

Dienstag, den 22. April 2014 Der Dienstag begann erst einmal mit Frühsport um 8:00 Uhr. Wir joggten 15 min bis zum Hafen von Fažana, zwischendurch ein paar Liegestütz und Situps, dann eine kurze Verschnaufpause und die 2,5 km lange Strecke wieder zurück. Nach einer erfrischenden Dusche saßen wir alle zusammen und genossen das Frühstück. An diesem Tag gab es weniger Wind, sodass wir unsere gestrige Übung weiterführen konnten. Diese waren am Vortag noch nicht von allen optimal ausgeführt worden. Da wir mehr von unserem Segelgebiet sehen wollten, entschlossen wir uns aus unserer  Wenden und Rollwenden konzentrieren konnten. Diese klappten ebenfalls schnell recht gut, was auch die Videoanalyse am Abend zeigte. Nach dem Abendbrot spielten alle gemeinsam Karten und ließen den Tag entspannt ausklingen. 

Donnerstag, den 24. April 2014 Donnerstag war leider schon unser letzter Segeltag, den wir nun voll ausnutzen wollten. Aufgrund von Regen fiel der Frühsport aus, wodurch wir schnellstmöglich aufs Wasser gekommen sind. Zunächst wurden die Übungen der Vortage wiederholt, dann mehrmals ein Start geübt und anschließend mehrere Miniwettfahrten gefahren, damit jeder alle gelernten Manöver sinnvoll anwenden kann. Um einen schönen runden Abschluss zu haben, gab es dann ein entspanntes freies Segeln zum Abschluss. Im Anschluss wurde sich erst einmal umgezogen und die Boote für die Rückfahrt abgebaut, verpackt und verzurrt. 

Freitag, den 25. April 2014 Am Freitag gab es draußen in der Sonne ein letztes gemeinsames Frühstück. Anschließend wurden die Zimmer aufgeräumt, die Taschen gepackt und in die Autos verladen, sodass wir dann noch einmal den Strand, die Sonne, das Wetter, das Wasser, das ganze Feeling genießen und dieses Trainingslager angemessen ausklingen lassen konnten. Daraufhin machten wir noch ein Gruppenfoto und fuhren nach einem Abstecher am Hafen von Pula mit einem Eis im Magen zurück nach Deutschland.  

Samstag, den 26. April 2014 Wir alle haben die Zeit genossen und wollten noch länger bleiben, weil es so schön war. Wir haben viel dazugelernt und haben einmal die Berliner Luft aus der Lunge bekommen, konnten konstanten Wind genießen und hatten ein wundervolles Segelrevier. Wir hoffen, dass wir dies nächstes Jahr wiederholen können. Auch wenn diese Zeit einzigartig war, freuen wir uns auf Berlin, auf unseren Verein und unsere Havel. Zum Schluss möchten wir uns für das Engagement der Familien Heinrich, Seiffert, Steinbrenner, unserer Begleiterin Janine und unseren Trainern Alexander und Philipp bedanken. Ohne euch wäre dieses Trainingslager nicht möglich gewesen. VIELEN DANK!  

Montag, 7. April 2014

Relegation 2014



Unsere erste Regatta für 2014 ist die Relegation für die Segelbundesliga. Anfang April ist das Wetter dieses Jahr zwar vielerorts schon fast sommerlich, in Glücksburg an der Flensburger Förde ist es leider mit unter 10°C, wenig Sonne  und ordentlich wind zwischen 18 und 33 Knoten relativ ungemütlich.  Sinn und Zweck dieser Monsterveranstaltung mit 61 Teilnehmenden Teams und etwa 90 geplanten Wettfahrten in zweieinhalb Tagen ist das Aussegeln der verbliebenden 5 freien Plätze in der 1. und den 18 freien Plätzen in der neuen 2. Segelbundesliga. Mit dabei ist das ‚Who is Who‘ der deutschen Segelszene, abgesehen von der gesetzten 13 Erstligavereinen (zum Beispiel: Berliner YC, DTYC, NRV, VSaW, YCBG, …), allen voran natürlich der Klub am Rupenhorn mit Malte, Thilo, Olaf und Simon.
Gesegelt wird auf sechs J70 und acht J80. Die Rennen sollen im Schnitt ca. 20 Minuten dauern. Dann müssen regelmäßig die Teams ausgetauscht werden so dass inkl. Startzeit ca. 10 Minuten Wechselzeit hinzukommen. Dafür fahren 14 Motorboote zwischen der Wechselzone, direkt hinter der Ziellinie, und dem Steg des DHH hin und her. Zusätzlich sind auf der Bahn zwei Juryboote pro Startgruppe, zwei Reparaturboote und zig Helfer an Land. Gestemmt wird dieser Aufwand von einer Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern aus dem Flensburger Segelclub und vor allen vom Deutschen Hochseeverband Hansa (DHH), der auch die J80 stellt.
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Am Freitagmorgen haben wir um kurz nach 10 Uhr unseren ersten Trainingstermin auf einer der J70. Es bläst ganz ordentlich und wir legen uns auf dem ersten Vorwindgang unter Gennaker ganz ordentlich auf die Seite. Baumniederholer öffnen reicht nicht, wir müssen das Gennakerfall kommen lassen und schon richtet sich die Kiste wieder auf. 
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Die J80 sind wir ja schon gewöhnt, aber die J70 ist deutlich kleiner, verdammt viel leichter und damit natürlich auf kippeliger. Alles in allem muss man aber sagen, dass das Schiff ganz gut gelungen ist, wann erst Mal über die zwergigen Ausmaße hinweg ist. Wenn es mit 6 BFT bläst geht das Boot unter Gennaker auch richtig gut ab. Da hat man schon Probleme mit dem Motorboot hinterher zu kommen.
Nach der ersten Wasserung kriegen wir das Boot immer besser in den Griff, aber dann kommen vor Ende unserer Trainingszeit mehrere Motorboote zu uns und teilen uns das vorzeitige Ende der Trainingseinheit und genauer aller Trainingseinheiten mit.

von www.segelbundesliga.de
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Auszug aus unserem WhatsApp Feed:

Fr 14:21; Hallo Leute, viel Wind und schon zwei gebrochene J80 Masten.

Etwas verwundert steuern wir den Hafen an und können flügellahme J80 bewundern. Die Böen sind mit über 30 Knoten etwas zu heftig geworden und die Masten vermutlich nicht ordentlich für das Wetter getrimmt. Der Wind macht nicht nur einen Strich durch die Trainingsvorbereitung sondern verschiebt auch den Start für die erste Wettfahrt, 

Fr 14:22; Startverschiebung bis 16 Uhr wegen Wind und Schäden.
Fr 16:00; Startverschiebung bis 17 Uhr.

der ursprünglich auf 14 Uhr angesetzt war um drei Stunden nach hinten. Dann sollen die Spitzenwindgeschwindigkeiten auf ein überschaubareres Niveau sinken.
Tatsächlich hat es sogar drei J80 erwischt. Aber bis 17:00 sind alle Masten ausgetauscht und es kann wie geplant losgehen.

Fr 20:19; Erste Wettfahrt auf J80: Prima Start, top Manöver (der Gennaker durfte nicht gesetzt werden) und sicher als erste in Ziel.
Fr 20:40; Zweite Wettfahrt: direkt im einer Anschluss auf einer J70, vom Training wussten wir, dass Kisten sehr wackelig sind. Auch hier sind wir ohne Tüte auf der Bahn.
Fr 20:43; Die Wettfahrtleitung begann das Startverfahren, obwohl wir noch nicht bereit waren. Wurden dann noch am Startschiff abgedrängt und mussten abdrehen. Mit 20s Rückstand ging es dann auf die Bahn.

Das war leider ein kleiner Ausreißer in der sonst fast makellosen Durchführung des Events. Nach dem Wechsel bleiben einem Team 2 Minuten um das übergebene Boot durchzuchecken. Bei Schäden etc. kann dann das Reparaturboot gerufen werden, was natürlich bei den Starkwindbedingungen relativ häufig in Anspruch genommen werden musste. Das Startschiff hat sich aber von der Tatsache, dass einige Boote noch nicht Startbereit waren nicht beirren lassen und das nur 3 Minütige Startverfahren eingeleitet. Wir haben zwar den Start trotzdem noch geschafft, anderen Teams erging es aber noch schlechter. Sie waren nicht in der Lage zu starten, weil die Genua, oder der Gennaker in Fetzen lag. Glücklicherweise ließ sich diese Problematik auflösen, indem diese Rennen für die betreffenden Teams gestrichen wurden, da am Ende nur der Durchschnitt aus den gesegelten Rennen zählt. Darüber hinaus wurde die Kommunikation zwischen den Wechselmotorbooten und dem Startschiff verbessert, so dass solche Probleme nicht wieder auftauchten.

Fr 20.45; Manöver waren gut, sind ran gekommen und knapp als Dritte ins Ziel. Nicht zufrieden , aber ok.

Das Abendprogramm beinhaltet ein wenig Freibier und die Begrüßung/Vorstellung der Vereine, FSC, Liga eV und DHH. Das straffe Programm zieht einen frühen Start am Samstag nach sich so dass wir uns gegen das Durchfeiern der Nacht entscheiden müssen.
Der Tag verspricht wenig Wind (5-7 Knoten) der im Laufe des Tages auch noch weiter abnehmen soll. 

Sa 12:16; 3. Renne auf J70: Start an der Starttonne. Auf Steuerbordbugvor allen vorbei. Auf dem Downwind drängt uns eine J80 ab und wir sind Zweite am Leetor. Auf der Kreuz haben wir wieder die Führung übernommen, aber auf dem letzten Vorwindgang decken wir den direkten Verfolger und fahren auf die falsche Seite raus. Die zwei nächsten Verfolger rutschen auf der anderen Seite mit Dampf an uns vorbei und kurz vor uns ins Ziel. Schade, wieder Dritte.
Sa 15:45; 4. Rennen: J80. Normaler Start, Zweite an Tonne 1. Halbwegs gut gelaufen, aber nicht überragend, noch Zwei Plätze auf der zweiten Kreuz verloren und als Vierte ins Ziel.
Sa 17:22; 5.
Sa 17:24; Gute Manöver, aber an der Tonne 1 in ein stehendes Pulk gefahren. Kamen nicht durch und auf nicht vorbei.
Sa 19:30; 6. Rennen mal wieder auf einer J70. Die ist sportlicher und liegt Malte heute bei wenig Wind einfach besser ;)
Sa 19:31; Nochmal einen schönen Sieg zum Ende des Tages gesegelt.

Dieser versöhnliche Abschluss war wichtig für unser Ego. Dieser leichte Wind lag uns auf den J80 leider nicht so gut. Mit den zwei Siegen auf unserem Konto liegen wir im Bereich der zweiten Bundesliga und sind bis dato bester Berliner Verein und im Grunde ganz zufrieden. Unsere Kollegen aus dem Kieler Yachtclub, die von den J80 Regattabahnen kennt haben sich durch vier solide Rennsiege an die Spitze gesetzt. Das zeigt auf jeden Fall, das fundierte Bootskenntnis durchaus hilfreich sein kann. Der nächste Tag verspricht solidere Windbedingungen um die 3 Beaufort und da sollten wir nochmal mit unseren J80 Kenntnissen punkten können.

So 10:18; 7. Rennen J70. Start und Startkreuz waren gut. Zwei Boote sind an der Tonne vor uns. Einer hätte uns Raum zum Wenden geben müssen. Wir haben das nur lautstark verbal mitgeteilt und das dazugehörende Handzeichen nicht gemacht und mussten dann selber einen Startkringel machen. Das klappte unter Gennaker nicht wie erhofft. Letzter: 0 Punkte. Sehr bitter.

Im Ziel erklärt uns der Schiedsrichter die Situation nochmal en Detail. Wir kamen auf Steuerbordbug an der Luvtonne raus. Der Münchener Yachtclub ein wenig voraus kommt noch frei durch. In Luv von uns liegt ein weiteres Boot, so dass wir nicht einfach wenden können. Außerdem kommen die ersten Boote über Backbordbug auf Kollisionskurs auf uns zu. Wir müssen Wegerecht gewähren und unterwenden, verlangen dafür Raum zum Wenden von unserem Kontrahenten in Luv. Legen um, er auch, wir müssen im Ausweichen, er uns auch. Wir protestieren, er protestiert und wir bekommen die rote Fahne, er grün. Wir verstehen die Welt nicht mehr. Das Problem war, das man Raum zum Wenden ankündigen muss mit dem Ruf, „Raum zum Wenden‘‘ und einem Armzeichen nach Luv. Das haben wir nicht gemacht, damit haben wir offiziell kein Raum nach Luv gefordert, trotzdem den besagten Kontrahenten behindert und damit einen Strafkringel verdient. Verdammt ärgerlich. Jetzt müssen wir sogar um die zweite Bundesliga kämpfen.

So 13:19; 8./9. Rennen auf J80: kurz hintereinander bei etwa 3 BFT. Einfach schöne Bedingungen. Starts, Manöver und Bootsspeed waren sehr gut. Zweimal 100 Punkte, es geht also wieder vorwärts.

So 13:21; Sie schaffen all Rennen wie geplant. 

Wir sind im vorletzten Rennen des Tages, haben eine J80 mit einem Riss im Gennaker übernommen und benötigen Hilfe vom Reparaturboot. Eine weitere J80 ebenfalls, so verzögert sich unser Start und die J70 werden uns vorgezogen. Glücklicherweise gehen die Reparaturen glatt und wir können uns pünktlich an den Start stellen. Der Start ist in Ordnung. Wir kriegen leider keinen richtigen Speed ins Boot, möglicherweise waren die Fockholepunkte zu weit hinten. Wir kriegen es nicht raus, fahren aber unseren Stiefel halbwegs solide, ohne taktische Schnitzer, nach Hause und werden, wenn auch knapp (nach Hinten), Vierte. Mehr war da leider nicht rauszuholen. Damit gibt es nochmal 57,14 Punkte auf unser Konto, das zieht unseren Schnitt ein klein wenig nach unten, aber es sollte unsere Platzierung in der zweiten Segelbundesliga nicht gefährden.
Wir stellen die J80 noch im Hafen ab und klarieren ein wenig und dann geht auch schon Richtung umziehen und ab Richtung Berlin, bzw. Hamburg. Das endgültige Ergebnis gibt es dann auf der Autofahrt, allerdings ändert sich die Liste noch ein paar Mal.

So 17:10; 16. Platz von 61.

Damit sind wir auf Platz 11/18 in der zweiten Liga gelandet. Und einer von drei Berliner Vereinen in der neuen zweiten Bundesliga.

Freitag, 4. April 2014

Bundesliga Laufsieg!

Malte, Simon, Thilo und Olaf haben bei der Bundesliga Relegation gerade den ersten Platz in Ihrer ersten Wettfahrt errungen. 8 weitere Läufe stehen noch aus, die Ergebnisse kann man live auf  Twitter verfolgen.

https://twitter.com/SegelBundesliga

Die Pairingliste findet ihr hier, der KAR hat die Nummer 57. Eine Liste der Vereine findet ihr hier.

Viel Spaß beim Mitfiebern
Julius

Sonntag, 5. Januar 2014

KaR-Laser-Weihnachtscup 2013

 Der KaR-Laser-Weihnachtscup fand dieses Jahr am dritten Adventssonntag statt. Bei sehr guten Windbedingungen direkt vor unserem Gästesteg konnten wir zu neunt auf insgesamt fünf Lasern in spannenden und kurzen Wettfahrten gegeneinander segeln. Im Vergleich zum letzten Jahr fehlte zwar der Schnee für richtiges Weihnachtsfeeling; dafür waren aber auch keine Strecker und Schoten eingefrohren.

Die unerschrockenen Segler waren:
Volker
Julius
Christian
Mark
Malte H.
Thilo
Fiddi
Felix
Malte C.
In den entscheidenen Rennen konnten dann die jüngeren Seglern den alten Hasen das Heck zeigen. Neben einigem Wasser von oben in Form von Regen genossen Thilo und Fiddi  das Nass auch von unten.  Die kurzen Tauchgänge mit gekonnten Einstiegsmanövern wurden von Land aus bei Bratwurst und heißem Kakao bewundert.

Vielen Dank an Julius für die tollen Fotos.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Senatspreis 2013

Wenn es läuft dann läufts, aber wenn es nicht läuft, dann läufts nicht.


Die letzte Regatta in diesem, leider streamline-segelarmen Jahr steht an. Freitag 14 Uhr ist der erste Start bei moderate 12 Knoten Wind mit pfeffrigen Böen die sich im Laufe des Tages noch verstärken sollen. Zu segeln ist ein Up and Down Kurs mit 3 Runden. Die erste Wettfahrt fängt gut an. Die Instinkte scheinen noch zu funktionieren. Leider kommt uns auf der 3. Kreuz das Team 2003 vom BYC in die Quere und zieht mit einen fiesen Dreher an uns vorbei. Tja, nicht konsequent genug gedeckt. Die Jungs kommen mit den Bedingungen sehr gut zurecht und wir schaffen es nicht mehr sie zu überholen. Es bleibt ein zweiter Platz mit leicht bitterem Nachgeschmack.

Ein wenig geknickt gehen wir in die zweite Wettfahrt, wieder à 3 Runden bei mittlerweile ordentlichen Böen um die 20 Knoten. Der Start misslingt und wir müssen nochmal eintauchen und neu starten. Es wird ein wenig hakelig und es zeigen sich erste Ausfallerscheinungen auf Grund des wenigen Streamline segelns. Wir kommen relativ weit hinten, so auf dem 6. Platz von 11 Booten an der letzten Bahnmarke an. Dort vermasseln wir (mal wieder) das Spibergemanöver (keine Kraft mehr) und siehe da wir sind sogar Letzte...

Das Abendprogramm rundet den anstrengenden Tag ab: Die Klassenvereinigung hat Kartfahren organisiert. Nach 10 Runden Training werden zweier Teams bestimmt. Danach geht es ins 10 Runden Qualifying und im Anschluss dann ins 120 Runden Rennen. Malte und Thilo landen im Klassement auf den Plätzen 2 und 3. Der Klassenpräsident fährt entweder zu hart in die Bande oder wird böse gerammt, auf jeden Fall streicht er am nächsten Tag die Segel wegen einer geprellten Rippe und seine Crew muss zu zweit ran.

Der Wind weht mit 7-8 Knoten und die Böen schlagen mit moderaten 12 Knoten zu Buche. Leider ist der Start am Samstag zu unangenehm frühen 10 Uhr. Die erste Wettfahrt bei sehr löchrigem und drehenden Wannseewinden würfelt das Feld laufend durcheinander. Unser digitaler Kompass hat Batterieprobleme und wir sind mittlerweile abhängig von diesem schönen Stück Technik so dass wir nur einen 5. Platz erreichen. Das zweier Team kommt mit den Bedingungen am Besten zu recht und gewinnt das Rennen.

Die 2. Tageswettfahrt läuft deutlich besser und ist quasi ein Start-Ziel Sieg mit kleiner Unannehmlichkeit kurz vor Schluss. Vor der letzten Leetonne kommt uns Kay in die Quere, nach zwei Halsen ist er vor uns rundet direkt vor uns die Tonne. Das Ziel ist hundert Meter in Luv wir wenden direkt hinter der Tonne und Kay fährt erstmal weiter geradeaus. Noch eine Wende und für beide Boote geht es ins Ziel diesmal haben wir wieder die Nase vorn: 1. Sieg.

Die 3. Wettfahrt ist eine Katastrophe. Es sollen drei Runden gesegelt werden. Es läuft nicht so richtig. Wir übersehen auf der letzten langen Kreuz das zweite Team vom BYC. Die müssen ausweichen und beschweren sich zu recht. Wir machen unsere Strafkringel aber die Luft ist erstmal raus: 10. Platz

4. Den Start haben wir leider ein wenig verpeilt, sind ein paar Sekunden zu früh an der Linie und machen noch einen Kringel um die Startlinientonne. Sind dadurch natürlich ein wenig spät dran, können aber glücklicherweise mit freiem Wind auf Steuerbordbug auf die Schwanenwerderseite der großen Breite rüberfahren. In der Mitte dann erwischen wir den ersten guten Dreher und nach 12 Wenden, wir haben jetzt endlich mehr Sonnenlicht, sodass der Kompass wieder funktioniert, kommen wir mit ausreichend Abstand als Erste an der Luvtonne an. Der Downwind mit schönem Druck läuft erste Sahne und der Abstand kann deutlich vergrößert werden. Bis zum Ziel vergrößern wir souverän den Vorsprung und melden erstmalig wieder Ansprüche auf den Gesamtsieg an.

Die 5. Wettfahrt beginnen wir etwas besser, kommen auch als Erster an der Luvtonne an, können aber nicht mehr so weit davonsegeln. Nichtsdestotrotz reicht auch dieser Vorsprung für einen veritablen Start-Ziel-Sieg.

Für die Nacht parken wir die Streamline im SV03 und setzten Thilo bei unseren Kollegen vom Zeuthener Yachtclub ab, die ihn zum Auto im VSaW kutschieren. Der Abend klingt dann bei Freibier und ganzem Schwein am Spieß im Berliner Yachtclub vor Baustellenulisse mit (Luxus)Dixieklos aus. Der BYC hat seine Baugenehmigung für das neue Vereinheim endlich bekommen und der Abriss des alten Hauses und der diversen Schuppen ist im vollen Gange.

Die fünf Wettfahrten und auch die kurze vergangene Nacht verhindern eine Teilnahme an der vom BYC organisierten ''MaBaker'' Party, so dass wir ausreichen Leistungsschlaf für den letzten Tag sammeln können.

Wir liegen schließlich mit nur noch 4 Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz und haben für den Fall einer weiteren Wettfahrt, mit dem dazukommenden zweiten Streicher, gute Aussichten einen 10. Platz zu streichen und damit vielleicht sogar zu gewinnen!

Der Sonntag begrüßt uns schon beim Aufstehen mit Sonnenschein, leider ist es durch die mangelnden Wolkendecke mit 5°C auch bitterlich kalt. Es ist nur wenig Wind aus Süd-West angesagt, der Wettfahrtleiter hat zu unserem Glück einen guten Riecher und der mit 10 Uhr wieder früh angesetzte Start kann noch bei stabilen leichten Winden gestartet werden. Bei den leichten Winden sind gute Rollwenden das A und O und siehe da: sie laufen bei uns ziemlich gut und werden sogar von Mal zu Mal noch besser. Nach ca 20 Wenden sind wir endlich am Luvfass, haben uns zusammen mit dem Team um H. Kadelbach vom Rest des Feldes abgesetzt undauch der Downwindkurs sieht gut aus. Der Vorsprung wird bis zur zweiten Luvtonnenrundung gehalten, dann verletzen wir die Grundregeln beim Verteidigen an erster Stelle und halsen von unserem Gegner weg. Nach ein paar Winddrehungen ist dieser weit Vorraus. Wir haben zwar etwas mehr Druck sodass wir zusammen mit dem Rest des Feldes wieder näher an ihn herankommen, aber es reicht nicht mehr bis zu Leebahnmarke. Knapp vor uns geht er dann auch über die Linie. Das ist natürlich schade, aber es ist ein guter Trost, dass das bis zum Vortag führende Team vom BYC relativ weit hinten gelandet ist und wir in der Gesamtwertung an ihnen vorbeiziehen.

Bis die letzten Skippis, die sich auch auf unserer Bahn tummeln im Ziel sind vergeht noch eine ganze Weile und die Kälte frisst sich durch die Kleidung und die teilweise nassen Schuhe. Endlich scheint der Wind wieder stabil zu sein und die letzte Wettfahrt wird angeschossen. nur wenige Minuten später schläft der Wind ein und es muss Startverschiebung gezogen werden. Die zweite Bahn  des Senatspreis gibt entnervt für den Tag auf und auch unser Wettfahrtleiter macht Nägel mit Köpfen und bricht die Regatta an dieser Stelle ab. Damit haben wir die Verteidigung des optisch speziellen Senatspreises geschafft.

Mark Schmidt ist so freundlich uns an den Haken zu nehmen während Thilo mal wieder von Bord geht um das Auto in den KaR zu fahren, damit wir auch pünktlich zur Siegerehrung wieder am Wannsee sind.

Hier sind die Ergebnisse der Streamlines und Platus