Montag, 13. Mai 2013

75 Jahre Pirat


Das Event des Jahres im Piraten!!!!!!!!
 Da wird die Europameisterschaft im August zur Nebensache. 147 Boote aus 7 Nationen (Chile, Türkei, Schweiz, Österreich, Tschechien, Ungarn und Deutschland) waren auf dem Tegeler See im Tegeler Segel-Club (TSC) am Start. Was bedeutet, 280 Teilnehmer und deren Anhang. Das ist echt der Wahnsinn. Und das alles auf dem etwas speziellen See.

Nach diesem Jubiläum fallen einem nur noch die Worte ein, sensationell, richtig geil und danke Tegeler Segel-Club für diese super Organisation. Wir werden dieses Jubiläum nie vergessen. Die Piratenfamilie war bei euch zu Gast und hat sich bei euch heimisch gefühlt.  

Wir durften viele Segler wiedertreffen,  manche haben wir seit 7 Jahren nicht mehr gesehen. Ein Mal Pirat, immer Pirat J So viel haben wir lange nicht mehr über alte Zeiten gequatscht und Witze von früher wieder herausgekramt J  Es war super euch mal wieder gesehen zu haben.

Wer die Piraten kennt, weis dass die Partys abends genauso wichtig sind wie die Wettfahrten. Das macht die Piratenszene so besonders. Auf dem Wasser wird gekämpft und an Land wird gemeinsam gefeiert. Dies hat der TSC perfekt hin bekommen. Jeden Abend fand eine Party für die Teilnehmer statt.

Donnerstag wurde das Jubiläum von vielen Offiziellen eröffnet. Die Feier abends, war ein wunderbarer Start für die folgenden Tage.

Freitag ging es das erste Mal in vier Gruppen an den Start. Die Holzpiraten bildeten ihre eigene Gruppe und starteten unabhängig von den GFK Booten. Tradition wird halt bei den Piraten groß geschrieben und so waren auch die alten, traditionellen Boote am Start.  Danach starteten jeweils zwei Gruppen der GFK_Boote gegeneinander in zwei getrennten Starts.

In diesen Gruppen waren auch drei Klubmitglieder aus unserem Verein dabei. Ramona Ziegfeld segelte gemeinsam mit Malte Christophersen und ich (Oline Großmann) segelte mit meiner alten Segelpartnerin Navina Huth, mit der ich die Jugend im Piraten verbracht habe (gemeinsam mit Ramona).

Am Freitag standen 4 Wettfahrten auf dem Programm. Alle Gruppen segelten ein Mal gegeneinander. Danach wurden wir  für den nächsten Tag in Gold- und Silberfleet eingeteilt. Die ersten 66 segelten gegeneinander im Goldfleet und die restlichen Teams segelten im Silberfleet gegeneinander.

Zwischenergebnisse nach dem ersten Tag:

Navina / Oline   (GER 4169)           11, 6, 4             Platz 7
Ramona / Malte (GER 3691)           28, 29, 43         Platz 65

Also beide Teams im Goldfleet !!!!!!!!
 Der Tegeler See zeigte sich am Freitag von seiner besten Seite. Der Wind kam aus einer guten Richtung, so dass alle 147 Boote genügend Platz hatten und der Wind ist zum Glück nie eingeschlafen. Also beste Bedingungen für den Tegeler See J. Unsere Wettfahrtleiterin Jessica Jürgens und ihr Team hatten alles wunderbar im Griff und haben uns super Wettfahrten geliefert.  Danke Jessi und Co!!!!!!!

Abends wurde dann ordentlich gefeiert. Wie sich das für Piratensegler so gehört  Es gab ja auch jeden Grund dazu. Wir waren 7, der Wahnsinn bei diesem hochkarätigen Feld.

Am Samstag Morgen sah der Wind nicht so gut aus. Der See war bis um 11 Uhr noch flach und es war kein Wind. Doch pünktlich zum Auslaufen war der Wind da. Es konnte also um kurz nach 12 Uhr gestartet werden, nach dem die letzten „größeren“ Winddreher abgewartet wurden. Die Holzpiraten durften wieder als erstes J, aber in der Sekunde gerade rechts Mädels J“ Genau so war auch die Startkreuz. Bis zum Startschuss war es rechts, kurz danach war es bereits wieder die linke Seite. Doof wenn man rechts war und nicht mehr rüber kam L Ab jetzt hieß es dann nur noch kämpfen und einige Boot wieder gut machen um die Platzierung vom Vortag nicht zu verlieren. Tonnenmanöver für Tonnenmanöver haben wir uns Lücken gesucht um weiter nach vorne zu kommen. Manche gab es auch nicht , die sich welche heraus gesucht haben(ich nenne jetzt mal lieber keine Namen J).  Wir konnten uns noch etwas nach vorne fahren, aber viel ging dann auch nicht mehr.
starten, danach ging die Silbergruppe auf die Bahn. Als letztes durften dann wir im Goldfeld starten. Die Startkreuz war mal wieder sehr spannend, wie man es ja vom Tegeler See kennt. Stefan aus der Schweiz hat uns vorher noch auf unsere Frage: „na, welche Seite ist bevorteilt ?“ geantwortet: „auf dem See, eine Seite? Nimm mit was du bekommst und dann kannst du nur hoffen das es gut ist
Die Ergebnisse wurden leider nicht am Samstag ausgehängt sondern erst am Sonntag bei der Preisverteilung bekannt gegeben. Super war das, die schlechte Stimmung und das Ungewisse über die Platzierung feierte bei Navina und mir abends die ganze Zeit mit. Wir wussten nicht ob wir uns noch über unsere Platzierung freuen konnten oder nicht. Denn wir wussten unsere Platzierung ja leider  nicht.

Die Sieger standen aber bereits am Samstag Abend, nach kurzem im Kopf zusammen rechnen, fest.
Ines Pingel und  Thomas Heldt aus Teterow

Glückwunsch euch beiden. Ihr habt es verdient. Obwohl ich es ja insgeheim meiner neuen Segelpartnerin Simone Witte-Wahrendorf und ihrer alten Segelpartnerin Silke Kinner (die extra noch mal auf den Piraten gestiegen ist) gegönnt hätte. Die Vorarbeit hatten sie ja bereits am Freitag erledigt. Da waren sie noch erste. Sie konnten aber dieses Jubiläum mit dem 2 Platz abschließen. Glückwunsch euch beiden. Aber in 5 Jahren gibt es ja wieder eine neue Chance für euch J

Die Party am Samstag Abend war der perfekte Abschluss für eine wunderbare Veranstaltung. Es spielte eine Liveband, die „Blockhouse Brothers“. Die waren wirklich super und die Party ging bis in die frühen Morgenstunden.

Am Sonntag um 11 Uhr war dann endlich die Siegerehrung und wir haben erfahren auf welchen Platz wir uns gestern noch gesegelt haben. Die Prognosen der anderen, dass wir trotz der versemmelten Wettfahrt am Samstag immer noch unter den Top 10 sind, war leider nicht ganz richtig, wir waren nur 12. Trotzdem ein super Ergebnis, was unsere Erwartungen eigentlich mehr als übertroffen hat, aber unseren Ergeiz am Samstag dann doch nochganz schön geweckt hat !!!!
Ramona und Malte segelten gestern auf den 64. Platz.

Alle Ergebnisse findet ihr auf der Homepage www.75-jahre-pirat.de/de , genauso wie viele schöne Bilder.

Danke noch mal an den Tegeler-Segel-Club, die umliegenden Vereine für die Unterstützung und eine perfekte und kaum zu übertreffende Ausrichtung dieses Jubiläums.


Es war einmalig und wir werden später immer wieder darüber sprechen. Hoffentlich nicht erst wieder in 5 Jahren beim nächsten Jubiläum.


Auf den Tegeler Segel-Club ein dreifaches „Hacke Beil“ !!!!!!! Für diese super Veranstaltung.

Gruß Oline 

Montag, 6. Mai 2013

Mister Potters Mission auf dem Starnberger See - LGT-Cup der Streamlines 2013

Bayern lässt uns nicht los – nach 5-tägigem Urlaub in Berlin geht es wieder an den Starnberger See, diesmal allerdings in den Münchner Yacht-Club mit veränderter Crew (Malte, Katha, Thilo).
Das Boot wartet bereits aufgebaut neben dem Kran. Daher gönnen wir uns den Luxus, erst am Samstagmorgen um 4.30 h mit quasi ungewohnter Reisegeschwindigkeit den Weg in den Süden anzutreten. Bei unserer Ankunft um 9.45 h können wir uns im Starnberger See spiegeln… Mit einem Cappuccino auf der Vereinsterrasse genießen wir den Ausblick auf das bayrische Voralpenland. Gegen Mittag regt sich ein leiser Windhauch, der bei der gegenüber stattfindenden Laser-Regatta zu Wettfahrtversuchen führt. Bei 1 bis 2 Windstärken aus 0° bis 359° wird fleißig gestartet und abgebrochen, während wir uns freuen, die Sonne an Land zu genießen. Die Zeit wird intensiv genutzt zum Basteln am an Land stehenden Schiff (Gummibändsel an der Plane, neue Klemmen, Gelcoatarbeiten), zum Lesen, zum Schlafen, zum Faulsein… Im Zuge dieser Arbeiten wechselt ein Crewmitglied seine Identität: Thilo läuft so unglücklich gegen die Maststütze, dass er mit seiner blitzförmigen Wunde nur noch Harry Potter sein kann.
Gegen 17 h zieht ein Gewitter auf, das mit konstantem Wind einhergeht. Die Entscheidung der Wettfahrtleitung fällt zugunsten des anstehenden Abendessens und gegen einen Startversuch aus. Wir schlagen uns die Bäuche mit gefühlten 1,5 kg Rippchen pro Person voll und hoffen auf Thermik am nächsten Tag. 1200 vergebens zurückgelegte Kilometer wären schließlich eher unbefriedigend! Der Abend klingt bei Weißbier und Grappa-Verkostung gemütlich aus, bevor wir in die Doppelstockbetten des alten Bootshauses sinken.
Beim sonntagmorgendlichen Blick aus dem Bootshausfenster erwartet uns Nebel auf dem See, der von kräftigen Sonnenstrahlen beleuchtet wird. Pünktlich zur Auslaufbereitschaft um 9 h hat sich der Nebel gelichtet. Allerdings bietet sich derselbe Anblick wie am Tag zuvor: ein spiegelglatter Starnberger See… Die Einheimischen rechnen mit einer Fifty-Fifty-Chance, dass aufgrund von Thermik segelbare Bedingungen entstehen. Auf der Agenda steht somit zunächst wieder Sonnen, Lesen, Faulsein. Um 10 h entwickelt sich eine leichte Brise, so dass die Wettfahrtleitung beschließt, einen Versuch zu wagen.
Fix ist die Bahn gelegt und los geht es. Bei 1 bis 3 Bft. gelingt es uns, unser flapsig dahin gesagtes Ziel (als Erster starten, als Erster ums Luvfass gehen und dann den Platz bis ins Ziel verteidigen) bis zur letzten Downwindstrecke zu erfüllen. Zu diesem Zeitpunkt entscheidet sich die uns verfolgende 2073 für die linke Seite, während die 2047 nach rechts rausfährt. Wir können nur einen von beiden decken und so rauscht Axel mit der 2073 kurz vor dem Leefass von links heran. Bei dem Versuch, zur Tonne hin dicht zu machen, berührt er die Flagge und wird in einer anschließenden Protestverhandlung dafür disqualifiziert. Somit lautet die Bilanz für uns: 1. Wettfahrt – 1. Platz!
Nach einem misslungenen Start wurschteln wir uns auf Steuerbordbug durch alle anderen durch, entscheiden uns zwangsläufig für die rechte Seite und retten damit alles, was noch zu retten ist. Wir kommen als Dritter an Tonne 1 an und schaffen es auf den weiteren Schenkeln nicht, an Kay und Axel vorbeizuziehen, da der Wind weiter nach Nord gedreht hat und die jeweiligen Tonnen ohne eine einzige Wende bzw. Halse erreichbar sind. Bei Einbahnstraßenrennen hilft eben keine Taktik… Dritter Platz im Ziel!
Weiter geht es Schlag auf Schlag: Um 14 h wird die 3. Wettfahrt angeschossen, der Start ist nicht überragend und auch unsere taktischen Entscheidungen lassen meist zu wünschen übrig. Nach zweimaliger falscher Seitenwahl beschließen wir, auf der letzten Kreuz die andere Seite zu nehmen – doch wieder ohne Erfolg! Wir retten uns mit einem vierten Platz ins Ziel und grübeln über die weitere Tagesgestaltung nach: Gewinnen können wir nicht mehr, der dritte Platz ist uns sicher, der Kran ist noch frei, die Fahrt nach Berlin noch lang…
Da keiner der Buhmann sein will, beschließen wir, zumindest noch zu starten und danach weiterzusehen. Bei null Wind legen wir einen Traumstart hin und fahren nach links. Leider fährt das komplette Feld nach rechts, erwischt den perfekten Dreher und verfrachtet uns auf den 9. Platz am Luvfass. Malte will an den Kran, Thilo alias Mister Potter will wenigstens noch den Spikurs mitmachen, da der MYC in der Nähe des Leefasses liegt. Unser Taktiker Potter umreißt ganz klar den Plan: Wir fahren jetzt einfach an allen vorbei und kommen als Erster ins Ziel und damit immer noch als Erster an den Kran! Und siehe da, Potter hat mit seiner Narbe den richtigen Riecher: Der Pulk vor uns stellt sich links in ein Windloch und prügelt sich um den verbleibenden Wind, wir überholen über rechts und sind an Tonne 3 Erster. Wir haben die nötige Lockerheit wiedergefunden und entscheiden uns entspannt für die richtigen Seiten. Nur Thomas auf der 2059 bleibt uns dicht auf den Fersen, alle anderen sind weit abgeschlagen. Als Erster passieren wir die Ziellinie, schaffen aber das Hafenrennen nicht, da Kay mit einem sicheren Gesamtsieg die letzte Wettfahrt zugunsten des schnellen Herauskranens abgebrochen hat. Dennoch sind wir fix fertig mit dem Abbauen des Bootes und der Protestverhandlung aus der ersten Wettfahrt.
Nach der Siegerehrung geht es auf die Straße gen Norden – allerdings wieder ohne Schiff, das netterweise schon von Sven mit ins Rheinland genommen wird und dort auf uns und die Rheinwoche 2013 wartet!

Montag, 29. April 2013

Tutzing 2013 auf der Streamline



Pünktlich gegen 3 Uhr am frühen Morgen haben wir es endlich geschafft und wir fahren auf das Gelände des Deutschen Touring Yachtclub in Tutzing am Starnberger See, gute 600km und einen McDonalds Stop von der Hauptstadt entfernt. Das Boot wird noch schnell möglichst nah am Kran eingeparkt und dann geht es gleich in die in die luxuriös ausgestatteten Kojen des DTYC. Die Nacht ist kurzweilig denn schon um kurz vor acht klingelt wieder der Wecker. Das Boot muss noch aufgeriggt und gekrant werden, Frühstück steht noch an und Auslaufbereitschaft ist ab 11 Uhr.
Um halb zehn sind wir allerdings schon fertig. 2/3 der Crew hauen sich nochmal kurz aufs Ohr und um kurz vor 11 bei der Steuermannsbesprechung werden unsere Befürchtungen vom Blick auf den viel zu stillen See betätigt, das Auslaufen wird erst einmal verschoben. Typisch für Bayerischen Seen ist erst mal ordentliche Flaute.
Eine gute Stunde später hat sich der Nordwind dann stabilisiert. Glücklicherweise ist der Fön stabil und hält eine drohende Front auf, die zwar Wind, aber vor allen Dingen niedrige Temperaturen um die 7°C und sehr viel Regen verspricht.
Bei gemütlichen 6-10 Knoten, Sonnenschein und fast schon sommerliche Temperaturen geht es dann los zum ersten Start. Wir sind drei Startgruppen, 15 Stare, 11 Streamlines und 11 Dyas, die auch in dieser Reihenfolge starten sollen. Die Startprozedur sieht separate Starts für jede der Klassen vor so dass mehr als die sonst üblichen 5 Minuten zwischen einzelnen Starts liegen könne. Das ist insofern gut, als dass dann die Stare einen deutlich größeren Vorsprung vor den Streamlines haben können, den Sie auch dringend benötigen. Leider sind die Zeitsignale nicht so sonderlich akkurat, das 4 und 1 Minutensignal kommt gute drei Sekunden zu spät. Daraus schlossen wir fälschlicherweise dass unsere Zeitnahme falsch war, so dass wir dann auch beim wieder pünktlichen Startschuss noch nicht 100%ig in Fahrt sind. Die Startkreuz läuft trotzdem ganz gut: Wir fahren notgedrungen rechts raus, der Rest nach links. Am Luvfass sind wir dann 2. Knapp hinter unseren alten Freunden von der 2073. Die haben wohl nix über die Winterpause verlernt – Schade. Auf dem Downwind machen wir wieder unser Ding, fahren auf der gleichen, also jetzt linken Seite zurück. Die Wahl stellt sich als suboptimal heraus und am Leefass liegen wir nur noch an Position drei, hinter 2073 und 2047. Upwind fahren wir alle quasi durch die Mitte, aber ein kleiner Dreher, den nur wir mit einem Verholer kombinieren macht sich bezahlt und wir kommen als Erste in Luv raus. Der letzte Downwind ist unspektakulär, alle fahren mehr oder weniger hinter uns her. Die 2073 kämpft sich nah an uns heran, aber wir verteidigen unsere Position bis ins Ziel, auch wenn Sie uns auf der Zielkreuz, die wir uns auch mit den letzten Staren teilen, noch zu einem kleinen Wendeduell herausfordern. Hier kommt uns unter Anderem die Lebensmittelvergiftung des ersten Vorschoters am Vortag zugute.
Der zweite Start schließt zügig an, weil die langsamen Dyas am letzten Luvfass gewertet werden. Der Start war grundsätzlich ok, aber wir werden von einem Einzelrückruf abgelenkt, bei dem wir alle nicht so richtig einschätzen können ob wir das waren oder nicht. Prompt rutschen wir in die Abwinde der 2047, die eine Ecke schneller als wir angefahren war. Wir sind also wieder rechts raus, während das Feld sonst über links deutlich besser unterwegs war. An der Luvtonnen sind wir nur an 6. Stelle auf dem Downwind läuft es auch nicht so richtig und wir kommen als 5. in Lee an. Auf der zweiten Kreuz können wir wieder mit unserem Verholer nach rechts punkten und kommen direkt hinter der führenden 2073 an der Luvtonne an. Unsere Überholversuch auf dem Downwind sind erfolglos und der Versuch mit weghalsen und es das letzte Stück über die rechte Seite zu versuchen kostet uns ein paar Meter. Auf der Zielkreuz, die gespickt ist mit Starboothindernissen, werden wir erbarmungslos gedeckt, leider rutscht uns dadurch das Team 2007 vom PYC durch, die es mit freiem Wind und einem glücklichen Dreher über rechts versuchen und auf der anderen Seite der saulangen Startlinie knapp vor uns über die Linie gehen.
In der Pause zwischen den Wettfahrten erfahren wir vom Startschiff, dass es drei Frühstarter gegeben hat, aber man sagt uns leider nicht ob wir dabei sind. Unsere Vermutung geht schwer in eben dieser Richtung, so dass wir den Start zur letzten Wettfahrt des Tages dann etwas weniger aggressiv angehen. Der Wettfahrtleiter hat ein Einsehen und gibt uns den ersten Slot in der Startreihenfolge. Wir starten mehr in Richtung der Starttonne. Wir kommen auch erst mal ganz gut weg, werden dann aber leider langsam von der 2007 und der 2059 überlaufen. Der Bootspeed ist bei uns noch nicht auf dem Vorjahresniveau angekommen. Wir bleiben trotzdem auf der linken Seite und kommen in Luv an Position 5 raus. Downwind geht leider nichts so richtig, erst auf der zweiten Kreuz die zwischenzeitlich noch düsterer für uns aussieht kommt dann die am Morgen schon angekündigte Front auf uns zu. Ein dicker Winderdreher macht unseren Kurs zum Anlieger und mildert zum einen unsere Verluste, lässt uns aber auch an der 2007 vorbeiziehen. Der Wind wird langsam eine Ecke stärker und pendelt mehr um die 15 Knoten. Den Downwind bestehen wir gut auf wenn meine Finger nach dem Spisetzen krampfen und ziehen noch an der 2047 vorbei, sodass wir schlussendlich noch als 3. ins Ziel kommen. Wir schaffen es gerade mit den ersten Tropfen in die Hafeneinfahrt und bevor es richtig anfängt zu schütten haben wir das Boot abgebaut und sitzen bei einer Runde „Anlegehelles“ am Fenster und schauen den Nachzuglern zu, die völlig durchnässt werden – Der Sommer ist vorbei!
Auf den Ergebnislisten an Land ist von den Frühstartern nichts zusehen. Wir liegen insgesamt an 2. Stelle:

1.            2073      2             1             2             = 5
2.            2065      1             3             3             = 7
3.            2059      4             4             1             = 9
4.            2007      5             2             5             = 12
5.            2047      3             5             4             = 12

Der Abend klingt aus bei Rohkost, Schweinebraten, Bayerischer Creme und Tegernseer Bier in angeheiterter Runde. Die zweite Nacht wird deutlich ausgiebiger Zelebriert, nicht zu Letzt um den Schlafmangel vom Vortag auszubügeln.

Der Sonntag beginnt so flautig wie der Samstag, nur ist es auch noch kalt und bedeckt. Die Auslaufbereitschaft von ursprünglich halb zehn wird deutlich verschoben und als dann gegen 12 Uhr der erwartete Nordwind einsetzt geht es los. Dieser wird allerdings immer wieder von unerwartetem Ostwind abgelöst. Gegen 13:30 scheint sich der schwache Wind dann auf die Richtung Nordost geeinigt zu haben und kann geht losgehen. Um zu gewinnen müssen wir die letzte Wettfahrt gewinnen. Aus Erfahrung mit unserem Konkurrenten 2073 vom letzten Jahr am Starnberger See halten wir uns erst mal frei am Start und kreuzen die Startlinie am Pinend. Der Speed passt heute und wir werden nicht überlaufen, können uns aber auch nicht so befreien das wir auf der rechten Seite mitspielen können. Die 2073 hat einen miesen Start in der zweiten Reihe erwischt, das lässt uns hoffen. Wir fahren also links durch bis kurz vor den Anlieger müssen uns dann noch zweimal verholen und runden wieder nur als 6. Auf dem Downwind teilt sich das Feld auf, wir sind beim hinteren Teil auf der rechten Seite, die führenden fahren über links, die 2073 zieht auch auf unsere Seite rüber um uns zu decken, vermasselt aber das Manöver als sich unsere Wege kreuzen und wir können vorbeiziehen. Der Teil der es über links versucht hat, parkt derweil ein und wir runden als 2. Hinter der 2047 das Leefass. Die Bahn wird abgekürzt und es geht schon nach dieser ersten Runde direkt ins Ziel. Auf der kurzen Zielkreuz ändert sich die Reihenfolge nicht mehr, so dass die Titelverteidigung abgehakt werden muss. Aber immerhin ist es knapp:

1.            2073      2             1             2             (3)          = 5
2.            2065      1             (3)          3             2             = 6
3.            2047      3             (4)          4             1             = 8

Daraufhin setzen wir Thilo auf einer DTYC Streamline ab und versuchen den Wind zu nutzen um das Boot zum Münchner Yachtclub zu bringen, in dem die Regatta am kommenden Wochenende stattfindet.
Der Wind schläft leider auf ¾ der Strecke ein und setzt erst wieder ein als der Schleppverband der restlichen Streamlines auf dem gleichen Weg vorbeikommt. Wir hängen uns noch die letzten Meter mit dran und haben Glück nicht ganz ans Ende zu müssen, so dass wir 2. am Kran sind. Eine doppeltbezahlte Unterkunftsrechnung und die vergessene Persenning zwingen uns trotzdem nochmal zurück zum DTYC zufahren. Das ist alles schnell erledigt, das Boot ist schnell final verpackt und auf geht’s auf gute 600 km nach Berlin mit einem BK Stop und der gute 1,5 fachen Geschwindigkeit.

Yours Sincerly, 2065

Donnerstag, 3. Januar 2013

Rupenhorner Eisregatta



Weihnachten nahte, aber dennoch trafen sich neun segelbegeisterte Rupenhörner am Samstag vor dem vierten Advent am Gästesteg und hatten die geniale Idee, segeln zu gehen.


Neben den Organisatoren Malte und Volker fanden sich Mark Schmitt, Julius Domroes, Klaus Schulze, Felix Hummel, Jacob Tiedemann, Jochen Spaan und meine Wenigkeit sowie einige Zuschauer bei uns im Klub bei - 4°C und heißen Getränken am Grill wieder.
Schon zwei Wochen vorher, bei der Weihnachtsfeier der Jugend, kamen Malte und mir einige Bedenken, wie man ein Match-Race bei 3 cm dickem Eis auf der Havel veranstalten sollte? Die Ideen gingen von die Polizei bitten als Eisbrecher zu fungieren bis hin zu die Vereinsanwärter mit Hacke und Schaufel zur Eisbeseitigung aufs Wasser zu schicken. Doch die Woche war mild (bis auf den Samstag, an dem wir segeln wollten) und der Stößensee um den Gästesteg war nahezu eisfrei.
Die beiden Vereinslaser und die beiden von Mark und Jacob wurden aufgeriggt. Schon da stellten sich weitere Probleme heraus: Marks Laser war den anderen weit überlegen und die Schoten und Holer aller Laser waren eingefroren. Für das erste Problem fand sich eine einfache Lösung: die Boote wurden verlost. Für das zweite fanden wir bis zum Schluss keine!
Kurz vor 12 Uhr, die Boote waren aufgeriggt und im Wasser, die Tonnen und die Startlinie vor dem Gästesteg ausgelegt, ein Paddelboot als Rescue-Einheit bereitgestellt und Phillip hatte den Grill angeheizt. Es konnte losgehen. Und es ging los, es fing pünktlich zum Start an zu schneien. In den nächsten zwei Stunden fielen geschätzte 5 cm Neuschnee.
Jeder segelte zwei Vorläufe, wobei Volker und Klaus zur besseren Machbarkeit (9 Teilnehmer, aber nur vier Boote) als Team antraten. Bei perfekten Windbedingungen - mal kam er von vorne, mal von hinten, mal aber auch von rechts und dann wieder von links und manchmal auch gar nicht - segelten wir einen gedachten Up and Down mit je zwei Runden. Zwischen jedem Bootstausch musste erst einmal der Schnee von den Booten entfernt werden, damit sie nicht so rutschig und schwer wurden.
Das Feld wurde dank der Windverhältnisse regelmäßig durchgewürfelt, so dass die Platzierungen zu 30% vom Können und zu 70% vom Glück abhingen.

Nach zwei Vorrunden, Würstchen vom Grill sowie vielen heißen Getränken vom Wirt und regelmäßigem Schnee von oben stand die Zuteilung für die Finalrunden fest.

Silberfleet: Klaus/Volker, Jochen, Jacob und Felix
Goldfleet: Julius, Mark, Malte und Thilo
Sowie Phillip am Grill, Jürgen als Fotograf (von der warmen Pinte aus) und Alex als Fankurve.

Bei noch schlechteren Wetterbedingungen gewann Malte in der Goldfleet, dicht gefolgt von Julius und Mark. Ich kam als letzter ins Ziel.
In der Silberfleet gewann das Rennen Felix vor Jochen, Volker, Klaus und Jacob.
Die Laser wurden wieder winterfest gemacht und es ging zu einem „Aufwärmer“ in die Pinte. Bei der Siegerehrung kamen wir einstimmig zu dem Schluss: Das wollen wir unbedingt nächstes Jahr wieder machen notfalls mit bestellter Eisbrecherfahrt und wir sind doch irgendwie alle Sieger.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen euch die Regattasegler des Klub am Rupenhorn.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Senatspreis 2012 im Wannsee



Der Senatspreis vom Berliner Yacht-Club, diese Jahr wieder die Berliner Bestenermittlung und damit eine 3-Tagesveranstaltung. Malte war wegen einer Univeranstaltung am Freitag verhindert, aber zum Glück hatte sich Jochen bereiterklärt an seiner Statt die Pinne zu führen, bevor er dann am späten Abend mit Julius zur FD-Regatta nach Leipzig weiter zieht.
Für den Freitag sind nur zwei Wettfahrten angesetzt und der Start ist auf humane 14 Uhr gelegt. Somit gilt es das übliche Wannseeprozedere abzuspulen: Treffen im Klub, Boot wassern, Boot aufbauen und umziehen. Zwei Segler bringen das Boot Richtung Wannsee, während einer (Jochen) ein Auto zum BYC fährt. Mangels Zeit wird Jochen dann im SV03 eingeladen und wir peilen, zeitlich schon unter Druck, das Startschiff an. 10 Minuten vor dem Start kommen wir an einem Startschiff an, es ist aber leider das Falsche. Die kleine Korrektur kostet nochmal 9 Minuten und wir schaffen es gerade so pünktlich über die Startlinie zu fliegen.
Jochen muss sich erst noch an das Schiff gewönnen, also fangen wir alles erst mal langsam an. Die Manöver klappen gut, der Wind dreht wie Hölle so dass auf jeder Kreuz neu gewürfelt wird. Schlussendlich queren wir als 5. die Ziellinie, aber wir haben Glück und kommen um die nun eigentlich anstehende Aufgabe, den KV Bericht zu schreiben, herum weil der Klassenpräsi diesen schon als Bezahlung für das Verleihen seines Bootes an Wiebke & Crew delegiert hat.
Der zweite Start ist etwas zögerlich, weswegen wir in den Abwinden unseres Vordermanns landen. Freiwenden fällt zwischen Ufer und den Gegnern leider auch flach. Erst nach quälenden Minuten ist es endlich so weit: Der Weg auf die rechte Seite wird frei. Leider haben wir schon so viel Zeit verloren, dass wir als Vorletzter an Tonne 1 ankommen. Auf dem Spikurs überholen wir nur ein Boot. Die zweite und dritte Kreuz sind besser und wir schnappen uns ein Boot nach dem anderen. Auf dem letzten Down-Wind arbeiten wir uns noch auf den dritten Platz vor, doch dann passiert mal wieder einer unser Klassiker: An der Tonne 4, nur noch die 100m kurze Zielkreuz vor Augen, wassern wir den Spi. Bis er wieder sicher im Boot ist, haben uns die nahen Verfolger überholt und so wird es nur ein 8. Platz.
Bei Gulasch, Fischbrötchen und Freibier lassen wir den Abend ausklingen.

Samstag, zweiter Wettfahrttag: Malte sitzt wieder im Boot. Die Streamline wird aufgeriggt und es geht los auf die Bahn. Bei etwa 3 Windstärken und strahlenden Sonnenschein waren es schöne Segelbedingungen. Doch das Startschiff für unsere Bahn A lässt auf sich warten und kommt erst mit Verspätung längsseits eines anderen Motorboots zum Start. Das sieht doch sehr nach Wettfahrtleiteralbtraum #1 aus, kaputtes Startboot.
Der Start zur 3. Wettfahrt gelingt nicht ganz so ordentlich, dank einer kleinen Match-Race-Einlage mit/gegen Herrn Kadelbach. Auch die Taktik auf der Kreuz lässt immer wieder zu wünschen übrig, der Wannsee macht einem das aber heute auch nicht einfach. Zwar kommen wir immer wieder an die Führenden heran, aber jedes überholte Boot wird auch wieder verloren. Wir kommen als 4. ins Ziel, als Wehrmutstropfen erfahren wir schon das der Sieger der Wettfahrt einen Frühstart hatte und später an Land stellen wir fest das das gleiche Schicksal auch den drittplatzierten getroffen hat. Damit sind wir für diese Wettfahrt auf den 2. Platz vorgerückt.
Die zweite Wettfahrt des Tages läuft besser. Die Startkreuz nach rechts war richtig, nur Carlo auf der 2076 fährt noch weiter in die Abdeckung der Insel vor Kladow, bekommt einen sehr guten Dreher nach der Wende und kommt vor uns wieder raus. Auch Wiebke, dieses Mal auf dem Präsi-Boot 2073, hatte es über links vor uns geschafft. Auf dem ersten Down-Wind überholen wir sie wieder und kommen kurz hinter Carlo an Tonne 3 an. In der zweiten Runde verkürzen wir zwar unseren Rückstand auf den Führenden kommen aber leider nicht vorbei, also 2. im Ziel.
Beim 3. Start dann ist die Eingewöhnung endlich beendet und wir fahren den Startvorsprung unangefochten bis ins Ziel.
Der Wind hat merklich abgenommen als das Vorbereitungssignal zur vierten Wettfahrt ertönt. Der Start ist gut, auf der Kreuz treiben wir schnell, dank des Umtrimmens in der langen Pause zur 4. Wettfahrt. Die Luvmarke runden wir an 3. Position. Auf dem Vorwindkurs überholen wir das Führungsduo durch konsequentes suchen von Windfeldern. Den Vorsprung sichern wir über die zweite Kreuz, doch ab hier ist erstmals bleierne Flaute. Das Feld schiebt sich wieder neu zusammen bis alle mehr oder weniger auf gleicher Höhe liegen. Dann hat die Wettfahrtleitung doch noch Erbarmen mit uns und ein Motorboot zieht vorbei und zeigt uns die Flagge N: Abbruch der Wettfahrt. Natürlich setzt kurz danach der Wind wieder ein, aber wir sind ganz froh, da das Flautenloch uns wahrscheinlich eh den Sieg gekostet hätte.
Am Land gibt es im Anschluss das berühmte Senatspreis Abendessen mit ganzen Schweinen vom Spieß, Büfett mit allem Drum und Dran und natürlich Freibier. Bei vorzüglichem Essen und Gerstensaft sitzen wir mit den anderen Seglern zusammen und lassen die beiden Tage Revue passieren.

Der Sonntag begrüßt unsein wenig rauer. Gute 5 Beauforts wühlen den Wannsee auf, aber die Sonne lässt uns nicht im Stich. Umtrimmen ist sehr notwendig, aber als eingespielte Crew können wir bei dem starken Wind unsere Vorteile voll ausspielen. Die Starts laufen gut, die Manöver sind erste Sahne und wir können uns in den ersten beiden Wettfahrten mit klaren Siegen krönen. Nach der zweiten Wettfahrt geht das große Rechnen los: müssen wir noch die letzte Wettfahrt mitsegeln oder reicht es schon mit den beiden Streichern um nicht mehr vom Thron gestoßen werden zu können. So richtig sicher sind wir uns nicht, haben uns da ja auch schon mal ordentlich vertan, also segelten wir die 3. Tageswettfahrt mit. Es ist ja schließlich auch Hammer-Wetter, wenn auch mittlerweile ein wenig flauer.
Der Start ist gelungen doch an der 1 sind Wiebke und Crew trotzdem vor uns. Auf dem Down-Wind können wir an ihnen vorbeiziehen, aber unsere Achillessehne, die Spibergung geht mal wieder schief. Ist zwar diesmal nur eine Kleinigkeit, aber wir können nicht sofort ein Halse um die Tonne machen und Wiebke rutscht wieder durch. Auf der zweiten Kreuz setzen wir alles auf Angriff, kommen noch mal ran. Auf dem zweiten Vorwindkurs versuchen wir es alternativ über die linke Seite, aber die Halse ist kein Glanzstück und der Dreher ist auch nicht mit uns. So bleibt es dann bei Platz 2 im Ziel.
Malte und Simon segeln das Boot zurück, setzen mich aber vorher auf eine Streamline vom „Berliner“, damit ich das Auto holen kann. Bei uns wird dann schnell das Boot abgebaut und ab geht es zur Siegerehrung in den Berliner Yacht-Club.

Sieger des Senatspreises 2012 in der Streamline-Klasse wurde das Streamline-Team Berlin, die GER 2065, also Wir!

Montag, 1. Oktober 2012

Cela-Cup 2012 im VSaW



Nachdem im letzten Jahr der Cela-Cup abgesagt werden musste, ging es dieses Jahr mit neun Streamlines, über 20 H-Booten und knapp 20 Drachen im VSaW auf den Wannsee. UnserZiel: den Cela-Cup zu gewinnen.
Samstag um 8:15 Uhr Treffpunkt im Klub. Die Streamline musste aufgebaut und gekrant werden. Simon und Malte segelten sie anschließend an den Wannsee, ich fuhr mit dem Auto, kaufte auf dem Weg noch Verpflegung für das Wochenende, meldete im VSaW und fuhr dann mit unserem Klassenpräsi aufs Wasser, um dort zu Malte und Simon überzusteigen.
Etwa drei Windstärken und schönes Wetter waren vorhergesagt, so dass es zu einem schönen Wochenende werden konnte.
Um kurz nach 11 Uhr war das erste Ankündigungssignal. Der Start am Startschiff verlief ohne Probleme, wir lagen über dem gesamten Feld und konnten die Winddreher gut mitnehmen. Als Erster erreichten wir die Tonne 1, suchten und fanden die Windfelder auf dem Downwind, denn der Wind auf der Großen Breite war nicht überall gleich gut, und passierten als Erster das Luv-Tor. Ohne größere Patzer absolvierten wir die folgenden zwei Runden und gelangten als Erster ins Ziel. Also ein schöner Start-Ziel-Sieg in der ersten Wettfahrt. Fing ja schon mal sehr gut an.
Zweite Wettfahrt: Wieder Start am Startschiff und dann mit freiem Wind zur Tonne eins. Unsere Seite war nicht ganz bevorteilt, trotzdem rundeten wir als Zweite das Luv-Fass. Die 2055 überholten wir gemütlich in Luv und ohne viel Hektik erreichten wir das Gate, wo wir wieder die richtige Tonne nahmen. Auf den folgenden Kreuzen kam uns die 2076 immer wieder in die Quere. Mit den richtigen Windfeldern auf den Vorwindkursen blieben wir aber weiter vor ihnen. Zweiter Zieleinlauf wieder als Erster.
Dritte Wettfahrt: Während des Startverfahrens näherte sich ein Schubverband der Startlinie, die genau übers Fahrwasser reichte. Erst war die Tonne, eine Minute später das Startschiff und wieder kurze Zeit später die Tonne bevorteilt. Der Schuber würde beim Start die Linie kreuzen, also entschied sich Malte für das Startschiff. Bei 30 Sekunden war klar, dass es die falsche Seite war, und der Schuber teilte die Linie genau in zwei Hälften. Der Wettfahrtleiter hatte zum Glück Erbarmen mit uns und brach den Start ab.
Der zweite Versuch verlief ohne größere Probleme. Auf der Kreuz erwischten wir nicht immer die richtigen Dreher und rundeten die Tonne 1 mitten im Feld. Auf dem Downwind überfuhr uns dann auch noch einer der Verfolger, aber wir konnten noch einige Plätze gut machen. Die zweite Kreuz verlief besser und wir erreichten als Dritter das Luv-Fass. Der zweite Vorwindkurs wurde problematisch. Durch zwei misslungene Startversuche der Drachen waren diese und die H-Boote nun direkt voraus, bei über 40 Schiffen gab es auch kein freies Plätzchen mehr, um mit freiem Wind dort hindurch zu kommen. Eine Halse nach der anderen war angesagt, um im Zickzack-Kurs durch die sehr viel langsameren Boote zu kommen. Die Halsen verliefen gut, aber hektisch war es trotzdem. Der Führende und sein Verfolger konnten auf der dritten Kreuz ihren Vorsprung noch etwas weiter ausbauen und hatten auf dem letzten Downwind etwa 300 bis 400 Meter Vorsprung. Wir blieben in der Mitte und siehe da, genau dort ging eine starke Böe entlang. Halbwind, Simon und ich im Trapez, der Wind hatte um etwa 30° gedreht, schossen wir förmlich an den beiden vor uns vorbei, die 2073 halste noch kurz vor uns, deckte uns dann aber nicht mehr ab. Sie gingen um die rechte, wir um die etwas bevorteilte linke Tonne auf die kurze Zielkreuz. Wir deckten die 2073 und passierten zum dritten Mal an diesem Tag als Erster die Ziellinie.
Dank des Winddrehers musste der Kurs umgelegt werden. So richtig wollte der Wind aber nicht aus einer konstanten Richtung kommen. Mit abnehmendem Wind wurden dann alle weiteren Wettfahrten für den Tag abgebrochen, so dass wir noch Zeit für ein paar akrobatische Übungen hatten.


Im VSaW gab es Freibier und anschließend noch ein Abendessen, auf welches wir noch viele, viele Stunden warten mussten.

Sonntag: Schöner Wind, konstante 3 mit Böen Richtung 4 bis 5, viel Sonne und wieder drei angesetzte Wettfahrten.
Vierte Wettfahrt: Die Starttonne war klar bevorteilt, aber irgendwie bekam das keines der anderen Teams so richtig mit. Wir machten einen gewagten Steuerbord-Start, fuhren über das gesamte Feld drüber und auf die windstärkere rechte Seite. Einige fuhren mit uns nach rechts, wir hielten uns jedoch weit in Luv davon. Nun kam auch noch ein Schuber, den wir und die 2055 gerade noch so passieren konnten. Das restliche Feld musste abdrehen und verlor dadurch wichtige Meter. Den schon vorher festgestellten Winddreher nahmen wir gut mit und hatten nach nur einer Wende einen perfekten Anlieger zur Luv-Tonne. Alle Manöver klappten, wir segelten defensiv, deckten unsere Verfolger und konnten den Abstand zu ihnen kontinuierlich ausbauen. Mit etwa 30 Sekunden Vorsprung gelangten wir zum vierten Mal auf Platz eins.
Die fünfte Wettfahrt wurde nach nur einer Runde abgebrochen – dabei war sie die bis dahin interessanteste. Auf der Startkreuz war keine Seite wirklich bevorteilt und so rundeten die ersten sechs Streamlines das Luv-Fass innerhalb weniger Sekunden.
Aufgrund der ständigen Dreher von 30°und mehr gelang es der Wettfahrtleitung erst mal nicht, eine neue Bahn auszulegen. Erst gegen 14 Uhr kam es zum letzen Start der Regatta. An diesem Punkt zahlte sich unser konstantes Erster-Werden aus: Wir konnten unseren Streicher nutzen, um anstelle der fünften Wettfahrt schon Richtung KaR zu segeln und pünktlich zur Siegerehrung wieder im VSaW zu sein.